Nicht jedes Online-Projekt oder auch Startup kann sich den Luxus leisten, erstmal das Produkt bis ins letzte Detail zu planen, zu launchen, zu verbessern, zu perfektionieren und dann auch noch Nutzer zu suchen und dann erst sich Gedanken machen, wie sich das Ganze dann rechnet.
Und auch die, die es vermeintlich können, können es eben doch nicht, denn die großen Communities mit horrenten Server- und Stromkosten müssen auch irgendwann mal ans Geld verdienen denken. Doch die große Frage an der nicht nur Facebook und StudiVZ scheitern ist doch: Wie um Himmels willen monetarisiert man sein eigenes Projekt?
Am Beispiel von Twitter versucht das The Strategy Web zu ergründen. Ideen wie Werbung in den tweets oder ein Pro-Account stehen da im Raum. Wer selber ein wenig am Erfolg von Twitter teilhaben will, kann mit Magpie seine tweets mit Werbung versehen und es in seiner eigenen Tasche klingeln lassen. Das würde aber doch Twitter nichts bringen und somit sind die Server- und Stromkosten immer noch nicht bezahlt.
Falk Hedemann betrachtet das Problem im Großen und kommentiert die Fragen die sich alle Startups stellen sollten die von Eikyo in den Raum gestellt wurden.
Bei all der Diskussion und Überlegungen führt letztendlich nichts an Pro-Accounts vorbei. Xing hat es vorgemacht, von Anfang an wurde auf das Premium Modell gesetzt. Mit großem Erfolg. Warum hat man so prinzipielle Angst davor sein eigenes Angebot als Premium (kostenpflichtig) und Freemium (kostenlos) Modell anzubieten?
Die perfekte Lösung wäre wenn man bei Communities, Blogging und Microblogging-Diensten als Premium-Account ca 5,-€ im Monat für die uneingeschränkte Nutzung berappen muss. Das Freemium-Modell schliest einige Funktionen aus oder ist in der Häufigkeit beschränkt.

























Für Abos wird es nie ein 100%ig zufriedenstellendes Prinzip geben.
Wenn ich z.B. die Tageszeitung abonniere, zahle ich auch für den Teil der Zeitung, der mich nicht interessiert und den ich demzufolge auch nicht lese.
Dann wäre das beste Modell folgendermassen:
Sobald sich der User z.B. einloggt und ein Premium-Tool nutzt, wird ihm auf seinem virtuellen Konto Betrag X belastet, dafür kann er dann den ganzen Tag Premium nutzen.
Wenn dann mehr als z.B. 15,-€ zusammengekommen sind wird die Lastschrift ausgelöst und der User zahlt. Die Tage an denen nichts aus dem Premium-Pool genutzt wird, kostet es dann auch nichts.
Du bist der Profi Tobias, ist so etwas technisch umsetzbar?
Der wirklich “vertrauensvolle” Abo-Anbieter würde seinen Kunden den Monatsbeitrag erstatten, wenn der Service nicht genutzt würde. Also Xing beispielsweise, wenn ich als Premium-Kunde keinerlei Premium-Features genutzt habe.
Kenne aber keinen Anbieter, der das so macht, und genau das zeigt, dass Abo-Modelle nie 100% kundenfreundlich sind. Denn schnell wird das Verhältnis Kosten rel. tatsächliche Nutzung sehr hoch.
Sehr schön, Werbung untergebracht, Tobias. ;-)
Euer Geschäftsmodell scheint ja auch vorzüglich zu funktionieren…
Vorraussetzung des Premium-Modells sollte natürlich die monatliche und jederzeitige Kündigung durch den User sein. Das sehe ich aber nicht als Gefahr, eher als Service und Merkmal des Angebotes. Zeige ich doch damit mein Vertrauen als Anbieter in den Kunden/Nutzer/User/Abonennten.
Gerade im Social Network Bereich haben viele “Unternehmer” noch eine Denkblockade im Kopf – das alte Dogma: “der User zahlt nichts im Internet”, obwohl das ja von Angeboten wie Xing widerlegt ist. Natürlich funktioniert es nicht, einfach plötzlich etwas bezahlpflichtig zu machen, was vorher kostenlos war. Die Herausforderung besteht darin, Features zu entwickeln, für die tatsächliche Zahlungsbereitschaft besteht. Da gibt es wohl kein Patentrezept und jeder Anbieter muss sich überlegen, welche Mehrwertfeatures spezifisch zu seinem Portfolio passen.
Eine Alternative zu dem nur bedingt benutzerfreundlichen Abo-Modell (klassischer Fall: man nutzt den Dienst gar nicth mehr, aber die Rechnungen laufen weiter, im worst case noch mit ewiger Kündigungsfrist) sind Transaktionen. Bei istockphoto beispielsweise kann ich mir ein Foto-Kontingent kaufen. Das ist kundenfreundlich, da ich hier totale Transparenz habe, was mich das einzelne Foto kostet – und ich nicht Gefahr laufe, in der ersten Begeisterung mich irgendwo als Abonnent einzutragen, was ich zwei Tage später nicht mehr brauche.
Oder www.wyp.de: hier wird ebenfalls nach Stückkosten (hier je Grundstück) abgerechnet – zusätzlich können Interessierte alle Funktionen des virtuellen Landbesitzes mindestens 30 Tage lang kostenlos testen, die Mitgliedschaft ist ohnehin kostenlos.
Disclosure: ich bin GF von wyp