Da hats Rumms gemacht, und StudiVZ ist nur noch die Nummer 3 der Communities in Deutschland wenn man die Page Impressions als Grundlage nimmt. Wer-kennt-wen.de vollzieht den lang vorhergesehenen Schritt und überholt bei den PI´s den heiß diskutierten Platzhirsch StudiVZ.
Aber auch schuelerVZ und meinVZ mussten Federn lassen. Ist der Niedergang der Holtzbrinck-Tochter mit Ihren Schüler- (schuelerVZ) und Proletariats-Ableger (meinVZ) noch zu stoppen? Kommt nach Plagiatsvorwürfen, Märchenstunden der VZ-Verantwortlichen und Erst-heiß-machen-und-dann-Dementi als Nächstes nun doch die Aufgabe des Abenteuers und der Verkauf von den VZ´lern? Eine Bestandsaufnahme und ein Ausblick in 2 Teilen.

Doch wie sieht es eigentlich genau aus?

SchuelerVZ:
Die Schüler-Abteilung der VZ´s hat im November mit knapp 141 Millionen Visits und 4,9 Milliarden Page Impressions den Rückwärtsgang eingelegt und enttäuscht damit herb. Noch ein Monat zuvor brachte es schuelerVZ auf knappe 6 Milliarden PI´s, im Juli diesen Jahres waren es sogar rund 6,8 Milliarden. Das ergibt im Ergebnis 1,9 Milliarden weniger Page Impressions innerhalb von 4 Monaten. Allerdings muss man der Fairness halber auch dazu sagen, dass die 141 Millionen Visits das zweitbeste Ergebnis seit Beginn der Messung durch die IVW im Dezember 2007.
Als Vergleich, die klitzekleine und total verkannte Konkurrenz (schueler.cc) hat in der selben Zeit von null auf 900 Millionen Page Impressions gebracht. Alles2null.de ahnte da schon lange was…

StudiVZ:
Die studentische Abteilung StudiVZ hat im Januar diesen Jahres noch knapp 6,3 Milliarden Page Impressions, im November 2008 waren es nur noch 3,9 Milliarden. Wenn es rein nach den Visits ginge, führt StudiVZ (166,3 Millionen) weiterhin vor wer-kennt-wen.de (127,9 Millionen).

meinVZ:
MeinVZ legt wiederum bei den Visits leicht zu (von 54,8 auf 57,1 Millionen). Aber die Zahl der Page Impressions ging wie bei den zwei Schwestern leicht zurück (von 1,52 auf 1,46 Milliarden).

Auch das hauseigene Sprachrohr von Holtzbrinck Ventures, deutsche-startups.de sieht in diesem Verlust hauptsächlich einen Image-Verlust und ist dabei der Meinung, dass in der Web-Welt trotz aller Dementis doch nur die Größe zählt. Das beweist ja schon das alte Sprichwort “Das Internet ist ein Dorf.”, in einem Dorf kann nun mal nur einer auf Dauer überleben und das ist nun mal meistens auch der Größte in seinem Genre.

Auf deutsche-startups.de wird der neue Chef von StudiVZ Clemens Riedl zitiert:

“Wie im dritten Quartal bereits angekündigt, setzten wir nicht auf möglichst viele Page Impressions, sondern auf die stetige Produktoptimierung und eine hohe Benutzerfreundlichkeit. Den daraus resultierenden Klick-Rückgang, der für unsere Vermarktung ohnehin nur eine geringfügige Rolle spielt, nehmen wir dafür gerne in Kauf. Für Social Communities sind insbesondere die Kennzahlen Aktivität, also Nutzerwachstum und Log-In Rate, sowie Unique User und Verweildauer von entscheidender Bedeutung. Und mit der Entwicklung dieser Faktoren sind wir sehr zufrieden”

Irgendwie erinnert mich diese Aussage stark an die Durchhalteparolen und Schönreden des Herrn Marcus Riecke, früherer Chef von StudiVZ…

Fast noch besser ist die E-Mail die Alexander Becker von Meedia mit dem Betreff “Erfolgreiche Einführung des Instant Messengers in den VZ-Netzwerken sorgt für geplanten Rückgang der Page Impressions.” von StudiVZ erhalten hat. 
Ist das denn nicht schon der eigene und allen schon bekannte Abgesang nach Art des letzten StudiVZ-CEO? Wann wird bei StudiVZ denn endlich begonnen die Energie in die Plattformen zu stecken anstatt in die Erfindung von Ausreden?

Robert Basic stellt berechtigterweise den Vergleich zwischen Vodafone und StudiVZ her. Beide haben als Kerngeschäft, ihre Nutzer untereinander zu verbinden. Vodafone macht mit 232 Millionen Kunden weltweit gesehen einen Umsatz von 216,-€ pro Kunde. Bei StudiVZ sieht das aber wohl ganz anders aus, obwohl das Potential mit 17 12 Millionen Kunden ja riesig ist. Das wäre ein Umsatz von 3,67 2,59 Milliarden Euro. In der Realität macht StudiVZ aber pro Kunde gerade mal 1,20 Euro.

Ganz unerschrocken und entgegen dem Trend sieht es bei den Lokalisten aus. Die Münchner Community konnte bei den Visits (35,1 Millionen) und bei den Page Impressions (1,7 Milliarden) zulegen. 

Teil 2 Morgen Mittwoch 10. Dezember 2008

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