Vor ca. 2 Jahren machte die Nachbarschafts-Community rottenneighbor.com erstmals ordentlich Wirbel bei denunzierten Nachbarn und Datenschützern. Offiziell sollte die Rottenneighbor einem guten Zweck dienen – nämlich der Beurteilung von Stadtteilen und hinsichtlich der dort lebenden Menschen. Als Ergänzung zu den gängigen Diensten der Immobilienplattformen (Einkaufsmöglichkeiten, Anbindung an öffentliche Verkehrsnetze, Kindergärten, Schulen etc.) sollten sich so Leute, denen ein Wohnortwechsel bevorstand ein Bild von den Menschen in ihrer neuen Nachbarschaft machen können.
An sich eine nette Idee, die auch sehr schnell auf große Resonanz stieß – leider gingen die hilfreichen Bewertungen schnell in der Masse an denunzierenden und beleidigenden Bewertungen unter. Damit war das Problem geboren – die Nachbarschaft wurde schnell nur noch auf ihre sexuellen Neigungen, ihre Liebe zu lauter Musik, ihrem Drogenkonsum und sonstigen exzessivem und perversen Lebenswandel hin bewertet.
Seit ca. 4 Monaten ist die Seite nicht mehr erreichbar. Die genauen Gründe dafür konnte ich leider nicht herausfinden, ich gehe aber davon aus, dass diese in den bereits genannten Klagen difamierter Nachbarn, den damit verbundenen rechtlichen Probleme für die Betreiber von Rottenneighbor, sowie der Überprüfungen von Datenschützern liegen dürften.
Damit ist Rottenneighbor ein blühendes Beispiel, wie sich Communities selbst zugrunde richten können. Doch die Frage, die sich dabei stellt ist, wie können derartige Phänomene vermieden werden. Sind für derartige Communities laufende Prüfungen der Inhalte durch Editoren und Sittenwächter erforderlich oder hätten ganz einfach Selbstregulierungsmechanismen durch die Community genügt? Was sind erforderliche bzw. geeignete Selbstregulierungsmechanismen, mit denen große Communities auch difamierende Inhalte durch Community-Mitglieder identifizieren lassen und in den Griff bekommen können? Das ist meines Erachtens eine wichtige Fragestellung, in Zeiten, da sich ein Großteil der Internetnutzung in Communities abspielt.
Ich freue mich auf eine rege Diskussion – gefragt ist hier jeder: Community-Experten ebenso wie betroffene User oder Profi-Denunzianten;-)






















@Jürgen
Sicher hast Du Recht, wenn Du sagst, dass Rottenneighbor von Anfang an die niederen Instinkte der User ansprechen wollte – ich denke, allein der Name Rottenneighbor an sich sagt schon einiges.
@Britta
Tut mir natürlich leid, dass Dein Freund erpresst wird. Trotz allem will ich hier – hoffentlich verständlicherweise – kein zweites Rottenneighbor aufziehen. Die konkrete Schilderung privater Einzelschicksale ok, namentliche Nennungen von vermeintlichen “Tätern” gehen aber gar nicht. Darum habe ich den Namen Eurer “Erpresserin” vorsichtshalber gelöscht, bevor auch mein Blog noch wegen diversen Verleumdungsklagen dicht gemacht wird.
Ich dachte eigentlich die von Dir geschilderten Fälle werden bereits ausreichend in diversen Nachmittagsshows diskutiert und ausgefochten. Ich bin nicht der Meinung, dass es hierzu auch noch Internet-Plattformen geben muss, um irgendwelche intimen Anschuldigungen auszutauschen, um sich danach über eine Verletzung der eigenen Intimsphäre zu beschweren. Aber gut, da tickt wahrscheinlich jeder anders.
- gelöscht – leider musste dieser Kommentar auf Wunsch der Verfasserin Frau W. gelöscht werden.
- gelöscht – leider musste dieser Kommentar auf Wunsch der Verfasserin Frau W. gelöscht werden.
Ich muss hier ein paar Dinge richtig stellen: Also erstens glaube ich nicht, dass die Absicht hinter RottenNeighbor eine gute war. ;) Da ging es von Anfang nur darum, seinen verwahrlosten Nachbarn eins auszuwischen. Zumindest dürften die Macher in Anbetracht des Wissens über das menschliche Wesen wissentlich in Kauf genommen haben, dass es dazu kommt.
Zum anderen war die Domain von Deutschland aus immer schon schwer zu erreichen. Ich erinnere mich, dass das auch gleich nach dem Start so war und damals niemand wirklich herausgefunden hat wieso.
Bin leider kein Community-Experte, aber ich denke, ganz ohne Moderation geht es nicht. Gute AGBs sind wichtig, damit man nicht verklagt wird. Und ansonsten muss man den Nutzern meiner Meinung nach schon in den Spielregeln klar machen, dass sie sich gesittet zu verhalten haben.