Bis gestern fand in München die von Burda initierte DLD-Konferenz (DLD = Digital, Life, Design) statt. Diese Konferenz findet jährlich statt und ist eine inspirierende Gemeinschaft für das 21. Jahrhundert, die mit digitalen Innovation, Wissenschaft und Kultur Vordenker, Entwickler, Unternehmer und Investoren aus Europa, den Nahen Osten, Nord-und Südamerika und Asien zusammenbringen will. (eigene und übersetzte Beschreibung der DLD)
Warum ich das erzähle? Weil Marc Zuckerberg, der Chef von Facebook, dort etwas überraschend auftrat und ein wenig aus dem Nähkästchen der Erfolgsmeldungen plauderte. Und genau dort in München hat er eben die Katze aus dem Sack gelassen und verkündet, dass sein soziales Netzwerk Facebook in Deutschland auf mittlerweile 2 Millionen angemeldete Nutzer kommt. Somit hat Facebook eine Vervierfachung der Nutzerzahlen innerhalb eines Jahres.
Obwohl 20% der Erdenbürger mit Internetanschluss mehr oder weniger aktive Mitglieder bei Facebook sind, in Deutschland ist Facebook bisher nie richtig in Fahrt gekommen. Die Gründe sieht Carsten von zweipunktnull darin, dass zum einen StudiVZ damals sehr schnell eine nahezu 1zu1 Kopie von Facebook in Deutschland an den Start gebracht hat und Facebook es schlicht und ergreifend es verpasst hat eine angepasste deutsche Version zu starten.
Nun aber hat Facebook wohl an Fahrt aufgenommen und wird nun in Deutschland auch nicht mehr zu stoppen sein. Das wird eine radikale Veränderung der Community-Landschaft nach sich ziehen. Nicht dass in nächster Zeit alle ihre Accounts bei den anderen Commuties löschen werden und Facebook die Registrierungs-Türen einrennen werden, aber je bekannter Facebook wird, desto mehr wird die Neugier und das Interesse der Nutzer steigen. Und hat der virale Effekt erst einmal angefangen wie eben jetzt, spricht sich das neue Netzwerk auch viel schneller herum. Ob die Deutschen nun wirklich von Facebook ähnlich begeistert sind wie die Facebook-User im Rest der Welt, bleibt abzuwarten.

Meiner Meinung nach hat es Holtzbrinck Ventueres, der Eigentümer von StudiVZ, nun endgültig verpasst sein soziales Netzwerk zu versilbern und durch einen Verkauf an einen Mitbewerber wenigstens einen Teil der vermuteten Investition von 85 Millionen wieder einzuholen.
Da kommt die Meldung natürlich irgenwie (un)passend, dass bei StudiVZ nun ein neuer Mann das Ruder übernommen hat. Ab Ende Februar soll nun Markus Berger-de Leon die Geschicke von StudiVZ leiten. Doch kommt er als Reformer und bringt StudiVZ nochmals auf Kurs oder ist seine Aufgabe eher in der Abwicklung der Fehlinvestition zu sehen?

























StudiVZ hat den richtigen Zeitpunkt für einen technischen Relaunch verpasst, siehe Vernetzung der Dienste, Apps etc. Den Vorsprung gegenüber Facebook jetzt aufzuholen wird sehr schwer.