Nachdem am Samstag der erste Teil (Weblogs, CloudComputing und Traditionelle Medien) und gestern der zweite Teil (Microblogging, Google und Shopping 2.0), unserer kleinen Serie Die Trends für 2009 erschienen sind, so folgt heute natürlich Teil 3.
Wir versuchen einen Ausblick ins nächste Jahr in den Webrelevanten Sparten Mobiles, Communities und Startups.
Mobiles:
Das Ende der Hardware-Innovations-Fahnenstange ist erreicht. Handies und Smartphones haben ihren festen Marktplatz, den gilt es gegen Microblogging, VOIP und Chatten mit dem Netbook zu verteidigen. Und genau hier setzt der Mobile Trend an, denn das Internet drängt immer mehr aufs Handy und auf die Notebooks.
Seitdem Tchibo und andere Größen das mobile Internet mit UMTS-Flatrates für Jederamnn bereit stellen, wird dies auch von Jedermann genutzt werden. Somit wird das Internet 2009 zu einem Jedermann-und-Überall-Medium.
Communities:
StudiVZ wird endlich verkauft, Wer-kennt-wen wird Nummer eins, schueler.cc ebenso, Facebook kämpft, kann aber dazu gewinnen und die Lokalisten überraschen mit positiven Zahlen.
Ausser Xing und StayFriends ist es bisher ja noch keinem gelungen, seine eigene Community zu monetarisieren und aus seinen abermillionen Mitgliedern Gewinn zu schlagen. Nun ja, was machen StayFriends und Xing denn anders als die Anderen? Genau, sie bieten Premium-Accounts an. Nur mal so als Tipp für die defizitären unter den Netzwerken…
Aber was wird in der Social-Community-Landschaft passieren?
Dass sich die Community-Landschaft schnell verändern kann hat dieses Jahr Wer-kennt-wen eindeutig beweisen können. Anfang des Jahres hatte sie noch nicht wirklich jemand auf dem Plan, war die Szene von StudiVZ und Xing beherrscht, jetzt stellen sie sich an den Platzhirsch StudiVZ an der Spitze vom Tron zu kippen. Genauso schnell könnte sich die Landschaft auch nächstes Jahr ändern. Stehen doch viele Netzwerke auf dem Plan, die alle ihre Vorzüge und ihr Zielpublikum haben.
Allgemein wird wohl die Vernetzung der Deutschen weiter zunehmen und es wird auch jeder ein Netzwerk-Deckelchen finden. Natürlich vornehmlich dort, wo auch der Freundeskreis bereits Mitglied ist. Somit haben natürlich die größeren Netzwerke größere Chancen weiter zu wachsen. Es wird aber weiter spannend bleiben.
Die Netzwerke im Überblick:
Xing:
Das Business-Netzwerk hat einen guten Stand, verdient Geld und hat in Deutschland keine nennenswerte Konkurrenz. Zudem wächst Xing durch stetigen Zukauf von komplemetären Diensten wie zum Beispiel kürzlich Socialmedian.
Aussicht: Stabiles leichtes Wachstum.
StudiVZ:
Das meist diskutierte Netzwerk Deutschlands, erst spekulierter Verkauf, dann nicht mehr, dann Einbruch bei IVW- und AGOF-Zahlen, dann doch Verkauf, dann Schliesung der Auslands-Abteilungen usw. StudiVZ kommt nicht zur Ruhe. Ich gehe davon aus, dass Holtzbrinck als Eigner so langsam keine Lust mehr hat ein Millionengrab zu besitzen. Daher ist meiner Ansicht nach der Verkauf von StudiVZ weiterhin das heisseste Thema und wird 2009 endlich konkret.
Aussicht: Weiter sinkende Zahlen, erst Recht wenn man Doppelprofile abzieht, weiterhin auch kein Konzept zur Monetarisierung. Das Beste was StudiVZ in 2009 passieren könnte, wenn sich doch noch einer findet den lAden zu übernehmen. Kandidaten hierfür wären Facebook und Wer-kennt wen…
Wer-Kennt-wen:
Das Volks-Netzwerk hat vor allem in den letzten Wochen auf sich aufmerksam gemacht. Simpel gehaltene Struktur und der Verzicht auf eine offene Anbindung sollen den Erfolg bringen, geplant ist das weiter rasante Wachstum und die Internationalisierung ins deutschsprachige Ausland.
Da Wer-kennt-wen von Anfang an zur Monetarisierung auf Werbung gesetzt hat, muss der User nicht neu an Werbung gewöhnt werden und das beschert Wer-kennt-wen witerhin annehmliche Umsatzzahlen, obwohl es auch hier schwer werden wird das Ganze gewinnbringend zu vermarkten.
Aussicht: Weiter auf Wachstumskurs und spätestens im Sommer Platz eins unter den Netzwerken.
meinVZ:
Gibt es hier auch Doppelprofile zu StudiVz und schuelerVZ? Es ist wohl davon auszugehen.
Aussicht: Leichter und stabiler Abwärtstrend.
schuelerVZ:
Tja, das schuelerVZ wird von 2 Seiten angegriffen. Aus dem eigenen Hause, denn ca 1 Million schuelerVZ-User sind gleichzeitig bei StudiVZ angemeldet, zum anderen von schueler.cc, dem ich ja immer noch eine sehr große Zukunft voraussehe.
Aussicht: Eine eindeutig nach unten fallende Kurve
schueler.cc:
Die Schüler-Community schueler.cc wird 2009 schuelerVZ überholen, da man bei den schuelerVZ ja 1 Million User abziehen muss.
Aussicht: Steiler Anstieg der Nutzer, schuelerVZ wird 2009 geschlagen werden.
Lokalisten:
Die bayerische Party-Community aus dem Hause Pro7Sat1 wird auch in 2009 weiter langsam aber stetig wachsen und kann vor allem in Süddeutschland und bei 14-35 jährigen Party-Volk punkten.
Aussicht: Die Lokalisten mausern sich zu einer konstanten Größe im Netzwerk-Deutschland. Leichtes Wachstum.
Facebook:
Die Amerikaner werden es weiter schwer haben, sind sie es doch gewohnt, überall die Nummer eins zu sein, bleibt es in Deutschland weiterhin schwer. Um effektiv zu wachsen bleibt nichts anderes übrig als StudiVZ zu übernehmen.
Aussicht: +400% der Nutzerzahlen ohne StudiVZ-Übernahme, Nummer Eins wenn die Übernahme klappen sollte.
Ein weiterer interessanter Ansatz, der natürlich eine logisch Folge ist, sind Communities die auf Twitter aufsetzen. Gutes Beispiel dafür ist Twittermoms.com. Ich kann mir gut vorstellen, dass in diesem Bereich auch in Deutschland bald das ein oder andere Netzwerk an den Start geht bzw. aktiv wird. Ein rasanter Wachstum wäre bei der aktuellen Popularität von Twitter bestimmt gegeben.
Gibt es in Deutschland schon solche Twitter-Netzwerke und hat da jemand schon Erfahrung oder Einblick gehabt?
Startups:
Keine Blase 2.0, auch kein dotCOM-Tod 2.0. Die übliche und durchaus normale Konsolidierung wird stattfinden. Wer kein Konzept hat, keine Einnahmen generieren kann und/oder keine Kunden gewinnen kann, muss in der realen Welt seinen Laden zu machen. Das gilt auch weiterhin für Web-Startups.
Die Finanzkrise wird nächstes Jahr endgültig die Startups erreichen und den nicht erfolgreichen wird das Geld entweder ausgehen oder die Geldgeber werden den Geldhahn zudrehen und somit zur Aufgabe zwingen. Das aber ist nichts ungewöhnliches, dies ist eine Marktkonsilidierung die tausendfach im Jahr auch in der realen Welt von statten geht.

























Ich bin gespannt, Uwe wie das weitergeht.
Bin mir auch sicher, dass StudiVZ geschluckt wird von FaceBook, aber ob überhaupt mal jemand profitabel ist… Ich weiß es nicht…..
Na zumindest ist ja Xing und Stayfriends profitabel. Bei Xing weiß man es und zu Stayfriends hab ich einen Kommentar des Presseverantwortlichen von Stayfriends gelesen.
Siehe hier bei Netzwertig: http://netzwertig.com/2008/12/19/social-networks-in-deutschland-bestandsaufnahme-und-ausblick/