Gestern hatten wir Teil 1 im Ausblick auf das Jahr 2009 in den Sparten Weblogs, CloudComputing und Traditionelle Medien. Folgt für heute der zweite Teil mit Microblogging, Google und Shopping 2.0.

Microblogging:
Twitter und Co werden weiter interessant bleiben, allerdings sehe ich nächstes Jahr die Grenze voraus. 140 Zeichen sind auf Dauer uninteressant und es gibt für die Microblogging-Dienste weiterhin kein Geschäftsmodell.
Die Modeerscheinung, Unbekannten in wenigen Zeichen mitzuteilen was man gerade tut, was man liest, was man hört, wird Grenzen finden. Wird Twitter und Co immer mehr zu Marketing, Spam und Linkschleuderei benutzt. Der User wird erkennen, dass der propagierte Mehrwert sehr gering ist und den 140 Zeichen immer mehr den Rücken zuweisen.

Google:
Google wird weiterhin in unregelmässiger Regelmässigkeit für Überraschungen sorgen und sich immer weiter verbessern. Die Meilensteine für Google im Jahr 2009 wird unter anderem Chrome 2.0 sein, damit verbunden ein Betriebssystem-änliches Angebot, einzelne Dienste werden weiter zusammenwachsen und FriendConnect wird ein Hit.
Das heisseste Google-Thema für das nächste Jahr wird Google Chrome sein. Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster, aber ich behaupte, dass Google mit ihrem Internet-Browser schon im Sommer einen Marktanteil von weit über 10% haben wird. Das wird zum einem der aggresiven Vermarktungsstrategie von Google zuzuschreiben sein und zum anderen werden die User immer mehr die Schnelligkeit und die durch kommende Addons errungene Vielfältigkeit erkennen.
Weiter würde es mich nicht überraschen, wenn Google schon nächstes Jahr sein eigenes Betriebsystem auf den Markt wirft. Dabei wird es kein Betriebssystem im herkömmlichen Sinne sein, sondern ein System auf einem Rechner, so dass dieser ohne Betriebssystem auskommen kann. Kern dieses Systems wird zum einen Google Chrome und zum anderen das kürzlich veröffentlichte Google Native Client.

Linktipp: Google Chrome: Kommt bald das Google-Betriebssystem?

Shopping 2.0:
Das große Sterben für Live-Shopping-Anbieter wird kommen, Shopping-Clubs werden weiter eine Daseinsberechtigung haben, Ebay leidet weiter, auf Amazon wird man immer mehr kaufen können und Lebensmittel werden das erste Mal ernsthaft übers Netz vertrieben.
Eigentlich kann man fast alles schon übers Internet kaufen, T-Shirts, Musik, Bücher, Umzüge und Reisen und noch viel mehr. Aber wo wird sich das Shopping und das Shopping 2.0 hinbewegen?

Begrenzte Artikel in begrenzter Zeit, wie es Live-Shopping-Anbieter tun, ist eine aktuelle Modeerscheinung und wird im nächsten Jahr eventuell noch ein wenig wachsen, spätestens zum Herbst aber kommt das große Live-Shopping-Sterben. Erstens will der User zu jeder Zeit jeden Artikel kaufen wollen, zum zweiten werden die Preisersparnisse von den Anbietern auf Dauer nicht gehalten werden können.
Nicht alle werden die Türen schliesen müssen, aber die Anbieter, die nur die Copy-Cat von anderen sind und ohne schlüssiges Geschäftskonzept dastehen werden wohl mangels Umsätze und Gewinne aufgeben müssen. Andere hingegen werden wohl in den großen Versendern der Old-Economy wie Quelle, Otto und Neckermann aufgehen. Diese suchen nämlich händeringend Konzepte, die erstens gut ins Kerngeschäft passen und zweitens haben alle miteinander den Sprung ins Internet verpasst, denn die aktuellen Angebote der Versandriesen kommen beim Nutzer immer weniger an.

Erlebnis-Shopping wie es DeutschlandKlickt.de zum Beispiel anbietet ist meines Erachtens noch nicht erkannt worden und wird im nächsten Jahr erheblich Zuwachs finden, wenn sich die Macher immer wieder etwas neues einfallen lassen.

Die Glücksspiel-Shopping-Modelle von swoopo und Rabattschlacht.de werden wir wohl weiter mit argwöhnischen Augen betrachten müssen, machen diese doch mit der Sucht und Gier der User ihr Geld. Hoffentlich greift die Politik dabei ein, denn das Glücksspiel-Monopol liegt beim Staat und dieser hat es auch zu reglementieren.

Shopping-Clubs wie Brands4Friends zum Beispiel werden auch im Jahre 2009 weiter wachsen, ist hier für den User doch die Exklusivität sehr attraktiv und das Angebot, anders als beim Live-Shopping, immer auch ein wenig vorraussehbar, aber auch den kommenden Nachteilen für den Kunden wie lange Lieferzeiten, sinkende Exklusivität und Usability.

Teil 3, Montag 22.12.2008: Mobiles, Communities und Web-Startups im Jahr 2009

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