Erst vor wenigen Tagen hat die bisher teuerste .de-Domain den Besitzer gewechselt, Kredit.de ging für sage und schreibe 892.500 Euro an die Unister GmbH aus Leipzig. Verkäufer der Domain ist die Abacho AG, bekannt als Betreiber von MyHammer, den größten Online-Marktplatz zur Vergabe von Handwerks- und Dienstleistungsaufträgen und verschiedenen Chat-Diensten. Die Unister GmbH will auf Kredit.de Verbrauchern einen unabhängigen Marktüberblick über Finanzierungen bieten und somit natürlich dick im Finanzvermittlungsgeschäft mitverdienen.
Das war allerdings nicht der teuerste Einkauf von Unister. Schon einmal haben sie im Februar 2008 tief in die Tasche gefasst. Unbestätigte Gerüchte sprechen von einem Kaufpreis von 1,5 Millionen Euro für die Domain shopping.de. Heute wird von shopping.de einfach auf Preisvergleich.de weitergeleitet, ebenso ein Angebot aus dem Hause Unister GmbH. Verdient wird hier hauptsächlich über Vermittlungsprovisionen. Unschön auch im Design, aber wohl erfolgreich.

Kredit.de war der teuerste Verkauf, shopping.de läuft ausser Konkurrenz, da nie offiziell bestätigt, welches sind nun die 9 Anderen der 10 teuersten .de-Domain-Verküfe? Hier die Liste:

poker.de:
Mit dem Einsatz von 695.000 Euro wurde im Juli 2007 poker.de von der Spielbank Wiesbaden an ein Poker-Unternehmen verkauft. Heute findet man dort keine AGB, kein Impressum und kein Kontakt, man lässt sich nicht in die Karten schauen, hier wird nur Geld verdient und Online-Poker gespielt.

casino.de:
Von “privat” an “privat” ging die .de-Adresse im März 2008 für 400.000 Euro über den virtuellen Ladentisch. Der Käufer kommt aus Dänemark und verdient mit dieser Domain heute an Roulette, Poker, und anderen Glücksspielen. Der Betreiber macht einen auf Gut-Mann und verkauft es dem Dummen User als gutgemeintes Online-Angebot um sich mit Glücksspielen vertraut zu machen. Lächerlich folgender Auszog aus dem Impressum: “Bitte rufen Sie nicht mitten in der Nacht an, weil dies eine Nummer zu der Privatwohnung ist, wo drei kleine Kinder wohnen, die eigentlich in der Nacht schlafen sollten”.

chat.de:
Für chat.de wurden 320.000 Euro für eine Weiterleitung ausgegeben: Eine englische Ltd. betreibt heute AmigoTalk, dort gelangt man hin, wenn man eigentlich auf chat.de will. Völlige Fehlinvestition, da weder heute noch auch in der Zukunft ein Geschäftsmodell fehlt.

blackjack.de:
Schon wieder eine teure Investition für eine Weiterleitung. Der Einsatz von 300.000 Euro im Juni 2006 sorgte dafür, dass der Blackjack-Spieler auf de.888.com landet. Dort gibt’s außer Casino und Poker eine Aufforderung zum Download eines kostenlosen Programms. Am besten gleich wieder raus aus dem Spiel.

arbeitsmarkt.de:
Das beste Beste Beispiel für Domainhandel. Erst gekauft und jetzt steht die Domain wieder bei Sedo zum Verkauf. Bestimmt eine lohnenswerte Domain, wenn man sie richtig betreiben würde.

suchmaschinenoptimierung.de:
Auch hier wird geparkt. SEO ist zwar zurzeit das Thema Nummer eins, die Branche versteht es auch gut einen Bedürfnis zu wecken. Gekauft wurde die Domain von der Artaxo AG aus Hamburg, selbst ein SEO-Unternehmen. Trotz der recht hohen Investition von ca. 84.000 Euro, man lässt sich trotzdem Zeit, als ob es dadurch besser wird: „Hier finden Sie demnächst die Internet-Präsenz der Domain . . .“. Naja. Nicht mein Problem, die Investition wieder herein zu bekommen.

städtereisen.de:
Im September 2007 hat man für 73.500 Euro die Umlaut-Domain ergattert. Die Inhaber sitzen in Dubai Media City. Vielleicht aber auch nicht? Was will man in Dubai mit Städtereisen? Was will man überhaupt mit einer Umlaut-Domain?

deals.de:
Für 65.640 Euro hat sich Jens Kunath im Juni 2008 die Domain Deals.de gesichert. Heute gibt es dort laut Eigenwerbung „die besten Deals im Internet“, bereits vor einigen Wochen haben wir bewiesen, dass dies nicht immer der Wahrheit entspricht.

Fazit:
Oft zu teuer und unnötig, wenn die Käufer nicht mal selbst wissen was sie mit der neuen Domain machen sollen. Bei der ein oder anderen Domain kann ich mir gut vorstellen, dass sie bald wieder einmal den Besitzer wechselt, sieht es doch oft nach professionellem Handel aus.

(via)

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