Das Wünsche-Portal “want2do ist eine Website, auf der sich die Mitglieder über ihre Wünsche, Vorhaben und Träume vernetzen können und so die Möglichkeit haben, sich über diese auszutauschen und Gleichgesinnte zu finden” und will damit keine Community sein, viel eher ein Micro-Content-Anbieter.
In Zukunft will man want2do offener gestalten und ein offensiveres Marketing betreiben verrät Daniel Thomaser im Alles2null-Interview.
Hallo Daniel, bitte stell dich und dein Startup kurz vor.
want2do.de ist seit ein paar Monaten online und dreht sich um die Wünsche, Träume, Vorhaben und Ziele der Mitglieder, eben ihre „2DOs“. Ich habe want2do im März dieses Jahres mitgegründet und verantworte grob gesagt alles, was nicht mit der Programmierung zu tun hat.
Wie kam es zu der Idee want2do.de?
Micha (mein Mitgründer) und ich haben beide das Naturell, dass wir uns für tausend Dinge begeistern können bzw. sie mal machen wollen. Irgendwann ist uns aufgefallen, dass es zwar viele Nischen-Communities im Netz gibt, aber keine Seite, auf der ich mich übergreifend über meine Wünsche, Vorhaben, etc. austauschen kann.
Dabei ging es uns nie darum, eine pragmatische Organisations-Hilfe für den Alltag zu sein. Vielmehr möchten wir die Leute dazu inspirieren, sich mit ihrer eigenen Zukunft auseinanderzusetzen und ihnen ermöglichen, zu jedem denkbaren Thema Gleichgesinnte zu finden oder einfach nur zu hören, was andere dazu zu sagen haben.
Wie groß ist euer Team und wie ist das Team zustande gekommen?
Inzwischen haben wir das Team wieder auf die beiden Gründer reduziert. Kennen gelernt haben wir uns im Studium und schon vor want2do mit einer kleinen IT-Bude selbstständig gemacht. In der Hochphase der Entwicklung, hatten wir zusätzlich bis zu drei festfreie Entwickler an Board, sowie zwischendurch immer mal wieder Praktikanten und Studenten.
Wieviele Mitglieder hat want2do und wie aktiv sind diese?
Wir haben noch recht überschaubare Zahlen, dafür aber einen recht aktiven Nutzerstamm. Wichtiger als reines Mitgliederwachstum ist uns die „Reichweite“ der Seite. Da der Content von want2do zum Großteil öffentlich zugänglich ist, bringen uns Google & Co inzwischen über 50% aller Visits.
Wie habt ihr auf euch aufmerksam gemacht bzw. wie sah das Marketing bisher aus?
Wir sind bisher recht dezent, vielleicht zu dezent aufgetreten. Wir haben mit einigen Maßnahmen experimentiert, aber da wir die CAC sehr niedrig halten müssen, um profitabel zu sein, kann es nur eine Marschrichtung geben und die lautet „mouth-to-mouth“. So haben wir beispielsweise kürzlich eine Facebook-App von want2do gelaunched, eine Integration von „Connect“ bietet sich natürlich ebenfalls an.
Was war das größte Erfolg und der größte Misserfolg für want2do.de bisher?
Schwierige Frage, ich glaube noch gibt es keinen „größten“ Erfolg bzw. Misserfolg. Was uns sehr gefreut hat, war das positive Feedback zur Seite, das wir in den Blogs und von den Mitgliedern erhalten haben. Nachholbedarf haben wir mit Sicherheit noch bei dem Thema Öffentlichkeitsarbeit und auch bei einigen Features, haben wir manchmal zu viel gewollt.
Wie wird es mit want2do.de weitergehen? Wo siehst du want2do.de am Ende des Jahres 2009?
Inhaltlich werden wir uns bemühen, uns noch weiter von den gedanklichen Fesseln der Social Networks zu lösen. Wir müssen uns mehr in Richtung (Micro)Content bewegen und den Zugang zu want2do für die Nutzer leichter machen. Strukturell waren wir von Beginn an sehr um Kosteneffizienz bemüht, was uns aktuell zu Gute kommt. In 2009 wird sich mit Sicherheit entscheiden, in welche Richtung es mit want2do.de weitergeht.
Was hälst du vom deutschen Startup-”Hype”?
Wenn du mit „Hype“ meinst, dass man so langsam das Gefühl hat, dass sich mehr und mehr eine Online-Gründerszene bildet, dann find ich das gut. Es würde mich freuen, wenn noch mehr prominente Gründer wie bspw. Lars Hinrichs aktiv auf der Bühne mitmischen.
Was denkst du über (deutsche) Copycats?
Ich finde schon den Begriff an sich schwierig. Ist want2do ein Copycat, weil es Websites mit einer ähnliche Idee schon vorher gab? Was gerne vergessen wird: Copycats sind keine Erfolgsgaranten, wie man aktuell an den zahlreichen Twitter-Klonen sehen kann. Auch beruht der Erfolg von studiVZ nicht darauf, dass einfach nur Facebook 1:1 kopiert wurde.
Wo siehst du die Unterschiede zwischen der deutschen und der amerikanischen, bzw. internationalen Startup-Szene?
Wir hinken (noch) ein Zyklus hinterher. Der Markt verhält sich in Deutschland einfach anders als in der USA. Wäre Twitter damals in Deutschland entstanden, glaube ich nicht, dass es sich jemals hätte durchsetzen können.
Ist Internationalisierung auch für deutsche Startups wichtig?
Puh wenn ich das wüsste, ich denke darauf gibt es keine pauschale Antwort. Prinzipiell hängt es natürlich stark von der Struktur des Startups ab. Wir sind uns selber unsicher, ob wir mit einer englischen Version auf den Markt gehen sollen und wenn ja – wann und wie aggressiv.
Befinden wir uns in einer zweiten Dotcom Blase? Wenn ja, wann wird diese endgültig platzen?
Nein, die Rahmenbedingungen sind diesmal ganz anders. Es gab mit Sicherheit einen Hype, der mit der 15 Mrd. Bewertung für Facebook den Höhepunkt hatte und jetzt wieder abgeflacht ist. Ich denke, dass die Art, wie man Webprojekte vermarktet, sich in den nächsten fünf Jahren grundlegend ändern wird – und auch ändern muss.
Welche deutschen Startups haben deiner Meinung nach (auch international) Potential?
Schwer zu sagen, ich denke es gibt einfach zu wenige, die von Beginn an international ausgelegt sind und auf allen Märkten funktionieren. Statista vielleicht.
Viele Startups sind in Berlin angesiedelt. Muss man seinen Laden in Berlin aufmachen, damit man etwas ist?
Natürlich nicht, aber wir haben gerade in Bewerbungsgesprächen bemerkt, dass Berlin schon eine gewisse Zugkraft hat. Gerade für Nicht-Deutsche Bewerber.
Was ist das interessanteste Startup (ausser deinem eigenen), von dem du je gehört hast?
Twitter hat zumindest mein Medien-Nutzungsverhalten in den letzten Jahren am radikalsten verändert.
Was wird deiner Meinung nach DAS nächste Ding?
DAS nächste Ding wird glaub ich weniger ein bestimmtes Produkt wie aktuell bspw. Twitter, sondern vielmehr die Art insgesamt, wie wir das Internet benutzen. Die Revolution findet momentan mehr auf Seiten der Devices statt.
Was machst du wenn du nicht arbeitest?
In letzter Zeit vor allem essen und schlafen. Das ist anstrengend genug.
Wann und wo war dein letzter Urlaub?
Im Januar war ich mit ein paar Freunden Ski fahren. Danach war ich dann urlaubsreif.
Wie war dein persönliches Jahr 2008 und was erwartest du persönlich fürs Jahr 2009?
Großartig. Ein StartUp zu gründen war eine der besten Erfahrungen in meinem Leben. Was nächstes Jahr kommt weiß ich nicht, aber eins ist sicher: Ich freu mich drauf.
Vielen Dank Daniel für das Interview, dir und deinem Mitgründer Michael Bohmeyer ein frohes Weihnachtsfest, einen guten Start ins Jahr 2009 und weiterhin viel Erfolg für want2do.
Zur Person: Daniel Thomaser ist Diplom-Kommunikationswirt und hat zusätzlich Soziologie an der Universität Mainz studiert. Er sammelte Erfahrungen als Praktikant in den Bereichen Event-Management, Kommunikation und Game-Design. Im März 2008 gründete er die Want2do AG die dann das Social-Network-Angebot Want2do.de im August 2008 an den Start schickte.
























