In Frankfurt läuft die Buchmesse, Bushido präsentiert sich als Schriftsteller und reiht sich neben Thomas Mann, Franz Kafka und Dieter Bohlen in die Reihe der herausragenden deutschsprachigen Schriftstellern. Und wie schon einmal vor wenigen Jahhren geht das Schreckgespenst der Elektronik um. Der E-Reader, ein elektronisches Buch, soll nach Meinung einiger Experten das gedruckte Buch verdrängen. Schon wieder? Hat der E-Reader laut Berufs-Pessimisten vor einigen Jahren nicht schonmal das gedruckte Buch verdrängt? Wer hatte es damals prophezeit? Amazon war es meiner Erinnerung damals. Die hatten mit Weiß-der-Teufel-wem als Hersteller einen E-Reader entwickelt und hatten dieses Ding auch lauthals angepriesen. Nur wollte es damals niemand haben. Wollte sich Amazon damals wie heute die Versandkosten sparen?
Weder hat das Fernsehen das Radio (Zuwachsraten) verdrängt, auch das Auto hat das Fahrrad (wieder voll in Mode, nicht nur bei Ökos) nicht verdrängt, geschweige denn die Eisenbahn (Zuwachsraten seit Jahren). Auch die CD hat die LP nicht ganz verdrängt (Casi von zweipunktnull.org kauft sie heute noch). Und so wird auch das Buch nicht vom E-Reader verdrängt, und schon garnicht schon wieder.
Wie Netzwertig berichtet ist die größte Sorge ein ähnliches Fiasko zu erleben wie die Musik-Branche, die heute noch unter der Digitalisierung ächzt. Spiegel Online siehts ausnahmsweise mal anders. Dann muss man dazu zwei Dinge sagen. Zum ersten hat die Musik-Branche zu lange nur zugeschaut und hat dann einen Fehler nach dem anderen begangen, bis heute, wenn die Buchbranche, also die des gedruckten Buches, sich genauso blöd anstellt wie die Musikbranche, dann kann es durchaus passieren. Wenn man aber die Hände aus den Hosentaschen nimmt und wegen mir auch reinspuckt und sagt “Hoppla, der Kunde will was neues, lass es uns ihm liefern” und dann mit Elan an die Mit-Entwicklung des neuen Kundenwunsches geht, dann wird man weiterhin erfolgreich sein. Und als zweites muss man dann eindeutig mal die Damen und Herren aus der Branche fragen, ob das Hörbuch euch auch das Genick gebrochen hat? Nein. Also, ganz ruhig bleiben, beobachten und machen. Oder wollt ihr etwa eine ähnliche Witzfigur werden wie die Musikindustrie? Die jammern auch nur und Taten sieht man selten.
Hoppla, mir fällt nochmal so eine Branche ein. Die Auto-Industrie. Auch die kriegen es nicht gebacken, endlich mal das zu bauen, was der Kunde will. Alle sind sie am jammern, hauptsächlich in den USA und Europa, der Asiate bringt dann die Autos die gewünscht werden. Und was machen die Big Player in USA und Europa? Die lassen sich eine Ausrede nach der anderen einfallen und schieben es immer auf externe Faktoren. Aktuell ist es übrigens die Finanzkrise. Lächerlich.
Achso, wir waren beim E-Reader. Nix wird sich ändern, ausser dass es ein paar Leute gibt, die einige ihrer Romane u.ä. per E-Reader reinziehen werden. Aber auch die werden weiterhin Bücher kaufen. Denn das Kindle, so heisst die Amazon-Version, und auch Sony´s PRS 505 werden recht teuer sein und erst im laufe nächsten Jahres auf den Markt kommen.

























Und genau so sehe ich das auch, der Reader wird nichts mehr sein als eine Ergänzung. Auch das angesprochene Mobiltelefon hat den Desktop-PC als Eingang ins WWW nicht verdrängt und wird es auch nicht tun, auch haben die Handies weder Digital-Kameras, mp3 Player oder auch den ganz altmodischen File-o-fax nicht verdrängt, obwohl ein Handy das alles kann.
Auch das Netbook wird das “normale” Notebook nicht verdrängen.
Ich finde die Schwarzmalerei einfach übertrieben, denn das Gejammer hilft ja keinem. Ich kann mir es wirklich nicht vorstellen, dass die Masse vom Buch auf den eReader umsteigt.
Lieb, dass Du meinen Vinyl-Konsum erwähnst *g*
Du hast natürlich recht mit dem gescheiterten ebook-Versuch von amazon seinerzeit. Aber vielleicht war die Zeit einfach noch nicht reif dafür…in der Zwischenzeit surfen wir einigermaßen bequem per Handy im Netz und schauen YouTube-Videos per Handy…Netbooks überschwemmen den Markt – ich glaube, dass die mobilen Technologien heute ein anderes Standing haben als noch vor zwei, drei Jahren und wer weiß: vielleicht gewöhnen sich Menschen heute auch an ein elektronisches Buch (wobei ich vermutlich auch da das haptische Erlebnis eines echten Buches vorziehen würde) ;)