Daß das Google Chrome OS kommen würde, ist seit dem Tag mehr als klar und eine logische Konsequenz, als der Browser Google Chrome erschienen ist. Im Februar habe ich noch behauptet, dass das Betriebssystem von Google noch in diesem Jahr erscheinen wird. Im Dezember 2008 gab es die letzten konkreten Hinweise. Ich war vielleicht etwas zu optimistisch, aktuell sagt Google, dass das Google Chrome OS in der zweiten Jahreshälfte 2010 erscheinen wird. Ob das wirklich so ist, werden wir sehen, wenn es soweit ist, denn nicht immer kann man solche Ankündigungen und Äusserungen von Google für voll nehmen, wie ich am Ende des Beitrages noch kurz aufzeigen werde.

Google Chrome OS wird auf Linux basieren und wird nach Aussagen von Google kostenlos sein. Google arbeitet dabei mit Acer, Adobe, ASUS, Freescale, Hewlett-Packard, Lenovo, Qualcomm, Texas Instruments und Toshiba zusammen. Den Code will Google noch in diesem Jahr als Open Source bereitstellen und in der zweiten Jahreshälfte 2010 soll es die ersten Netbooks geben, die Google Chrome OS als Betriebssystem haben werden.

Das ist zwar eindeutig ein Angriff auf Microsoft, die sich ja immer noch schwertun, ein angepasstes Betriebssystem für Netbooks zu konzipieren. Aber es wird weder ein Windows-Killer sein und auch keine anderen Betriebssystem zurück drängen, Google schafft sich einen neuen Markt.

Bis aus dem Hause Microsoft etwas adäquates lieferbar ist, wird dafür Windows XP herhalten müssen. Daß das Google Chrome OS allerding ein Windows-Killer ist glaube ich nicht, die Ansätze sind zu verschieden. Die Anwendungsgebiete und die Märkte werden sich teilen, auch der oben genannte CrunchPad kommt ohne Betriebssystem im herkömmlichen Sinne aus, so richtig vorstellen kann sich das aber kaum jemand. Aber auch ihn soll man nur zum Surfen benutzen können und auch sollen.

googleOSDas revolutionär neue, das Google Chrome OS haben bzw. sein wird ist die Tatsache, dass dieses Betriebssystem so ganz anders als die bisherigen Betriebssysteme funktionieren wird, denn bei heutigen und zukünftigen Aufgaben eines WebTablets oder Netbook genügt ein schlankes Google Chrome OS eben speziiel für die Cloud. Kurz erklärt wird der Browser Google Chrome als elementares Element in diesem Betriebssystem sämtliche Aufgaben erfüllen. Also ist der Browser lediglich als graphische Oberfläche des Systems zu definieren. Das klassische Betriebssystem wird daher nicht einmal mehr auf der Oberfläche eines Desktops zu erkennen sein. Dem treuen Leser meines Blogs wird nun dabei auffallen, dass es doch nicht ganz so neu und revolutionär ist. Das CrunchPad, das demnächst erscheinen wird, wird ähnlich funktionieren: FusionGarage liefert dem CrunchPad einen Browser ohne Betriebssystem. Meiner Idee einer NetStation bzw. CloudStation (So nannte ich meine Idee vor einigen Monaten), einem PC ohne Betriebssystem, kommen wir also mit dem Google Chrome OS um einiges näher.

Weder werde ich jetzt in einer Art Hype verfallen noch werde ich das Google Chrome OS einen Windows-Killer oder was-weiß-ich nennen. Das einzige was gestern passiert ist war, dass Google angekündigt hat, dass die an einem eigenen Betriebssystem arbeiten, und das wusste man schon lange bzw. hat es geahnt. Trotzdem waren die Reaktionen in der Blogosphäre natürlich enorm, wollen wir doch mal versuchen die ein oder andere Meinung noch kurz zu verlinken:

Einen kleinen Überblick über Stimmen aus der Blogosphäre fasst das T3N-Magazin zusammen. Michael Arrington von TechCrunch nennt es eine Atombombe aus Chrome, René Fischer sieht den frontalen und finalen Angriff auf Microsoft mit Windows, den ich eben nicht sehe.

Weitere Links: Futurezone.ORF, Meedia

Und um nochmals auf das Versprechen vom Beginn des Beitrags zurück zu kommen:
Marissa Mayer sagte im Februar 2009 “Ein Betriebssystem von Google wird es nicht geben”, seit gestern wissen wir es besser. Im Mai 2006 sagte Google Chef Eric Schmidt, daß es keine Veranlassung gebe, einen Browser zu entwickeln, es gäbe schon Auswahl genug. Im September 2009 wurde überraschend Google Chrome vorgestellt. Ende 2006 dementierte Google Grüchte über ein eigenen Google-Handy, es werde niemals ein Google-Handy geben, es wurde nur ein Betriebssystem für Handies: Android. Diese und weitere Aussagen von Google gibts bei Spiegel Online.

Und wem das alles noch zu weit entfernt ist oder doch zu suspekt ist, kann ja trotzdem auf Open Sourve umrüsten und das neue Hannah Montana Linux mal antesten.

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