Zur Zeit haben 57% aller deutschen Haushalte einen breitbandigen Internet-Anschluss. Das sind knapp die Hälfte, zumindest in Zahlen gesehen. In Ballungsräumen und Städten sehen die Zahlen weit besser aus, dort ist nahezu eine Vollversorgung zu vermelden. Doch wohnt man ein bisschen ländlicher, sieht es ganz plötzlich ganz anders aus. Kein DSL, kein Breitband, kein Internet.
Es gibt in Deutschland immer noch Regionen, hauptsächlich im Osten der Republik und meistens ländlich, die in Sachen Internet völlig unterversorgt sind und entweder überhaupt keinen Anschluss ans Internet haben oder aber mit Anschlüssen lesen müssen, die alles andere als Breitband sind. Doch die Bundesregierung verspricht bis Ende nächsten Jahres Breitband-Internet für Alle. Doch auch wenn man z.B. einen angeblich schnellen DSL-Anschluss hat, so muss man nicht unbedingt damit zufrieden sein wie eine Studie zum schmalen Breitband in meiner alten Heimat in Südbaden zeigt.
Schaut man sich mal die Meldungen von verschiedenen regionalen Tageszeitungen bei Google News an, dann liest man Meldungen wie Wiesenbach kämpft für DSL, Schnelles Internet kommt nicht, Der Fortschritt kommt vom Aussichtsturm, der östliche Landkreis heisst es warten, Warten auf schnellen Anschluss. Diese Liste kann man unendlich fortsetzen. Tenor aller Meldungen ist, dass es im ländlichen Raum eben keinen Breitband-Anschluss gibt oder dieser weiter auf sich warten lässt. Zwar spricht die Bundesregierung von aktuell 98% Versorgungsstatus, die Realität scheint aber weit schlechter auszusehen.
Ziel der Bundesregierung für die nächsten Jahre ist, dass im nächsten Jahr eine geschlossene und flächendeckende Versorgung von Breitband-Internet gewährleistet sein soll. Bis ins Jahr 2014 sollen bereits 75% der Haushalte über die Möglichkeit verfügen können, nicht nur Breitband sondern richtig breites Breitband mit VDSL nutzen zu können, diese Zahl soll dann nach 2014 schnellstmöglich auf 100% steigern.
Für manche mag das wie Hohn klingen, denn in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis höre ich immer wieder dass entweder kein DSL verfügbar ist oder eben nur einen sehr langsamen Anschluss haben, 1000kbit/s bis 2000kbit/s sind da oft schon schnell. Umgehen kann man das selbst als Kunde nur dann, wenn man entweder das Glück hat mit Kabelsnschluss versorgt zu sein, dann bietet der örtliche Kabel-Betreiber meist Abhilfe mit schnellem Internet-Anschluss oder aber man muss auf UMTS setzen, das ist aber in diesen schlecht versorgten ländlichen Regionen meist auch nicht verfügbar. Da heisst es dann nur Interessengemeinschaften bilden und gemeinsam auf die Suche gehen, wer statt der Telekom einen Breitband-Anschluss zur Verfügung stellt. Wie das geht zeigt kein-DSL.de.
Ich kann in meinem Fall nicht klagen. Ich habe meinen heißgeliebten Kabel-Anschluss bei Kabel-Deutschland mit 20.000kbit/s und könnte jederzeit auf 32.000kbit/s hochschalten… Wenn ich wollen würde, doch momentan reicht die Geschwindigkeit vollends aus. Wie sieht es bei euch aus? Wie seid ihr versorgt mit DSL, Kabel oder UMTS? Schnell genug oder lebt ihr auch in einem der weißen Flecken ohne Breitband-Internet?

























@bulldrinker: Laut Telekom hätte schon viel passieren sollen. Die Ländlichen gegenden sind und bleiben schlecht ausgebaut. Einzig 02 kümmert sich hier weiter um den Ausbau des UMTS Netzes und der umrüstung alter Antennen auf den UMTS Standard. Du kannst davon ausgehen, das nun auch speziell nochmal im Hinblick auf das zu erwartende LTE in den ländlichen gegenden nichts geschehen wird. Weder Glasfaser noch Antennen. Leider.
wohne auf den Land im Harz bekomme nur 384 kbit/s ich hoffe das bald mehr wird aber die Telekom macht leider nix. Auch mein Kabelanbieter Heuer und Sack in Wernigerode wird hier nix machen ! Leider
Wird es wirklich für 2010 schnelles Internet geben unter schnell verstehe ich ab 6000 bis nach oben offen.???
Wenn du mit schnell 6 Mbit/s und mehr meinst, dann lautet die Antwort auf deine Frage schlicht: Nein.
Die Breitbandstrategie der Bundesregierung verspricht flächendeckend 1 Mbit/s. Viele Sachkundige gehen inzwischen davon aus, dass dieser Termin nicht zu halten ist. Verschiedene Bundesländer haben bereits eigene, teilweise bis 2013 reichende Ausbauziele formuliert. Es ist also wirklich in den nächsten Monaten nicht viel zu erwarten.
Unsere Initiative veranstaltet am 27.02.2010 eine Konferenz, auf der nicht zuletzt die Wirksamkeit der Breitbandstrategie kritisch hinterfragt und Wege zur Lösung des Problems diskutiert werden sollen. Alle Interessenten sind gern gesehen. Weitere Informationen: http://www.geteilt.de/bbk
Letztendlich entscheiden doch die DSL-Anbieter selbst, ob sie ihr Netz in einer bestimmten Gegend Deutschlands ausbauen wollen. Dafür muss die Nachfrage dort so groß sein, dass sie daran einen Gewinn in absehbarer Zeit erzielen können.
Internet über Satellit ist sonst eine Alternative – allerdings für die Geschwindigkeiten auch recht teuer wie ich finde.
In der Tat ist es so, dass die Unternehmen ausschließlich nach Aspekten der Wirtschaftlichkeit ausbauen. Ist halt systembedingt, könnte man sagen. Aber ist das bei Strom, Wasser usw. auch so? Nein, es gibt Bestandteile der Daseinsvorsorge, die staatlich garantiert werden. Ein Zugang zum Breitbandinternet ist heute anerkannt derart wichtig für gesellschaftliche Teilhabe und Wettbewerbsfähigkeit, dass er zur öffentlichen Daseinsvorsorge zu zählen ist. Deshalb fordern wir als Initiative gegen digitale Spaltung -geteilt.de- eine gesetzliche Garantie für Breitband, auch in den Regionen, in denen die Nachfrage nicht hoch genug für einen wirtschaftlichen Ausbau ist. Weitere Informationen zu unseren Forderungen und Aktionen auf http://www.geteilt.de.
Übrigens: DSL via SAT ist definitiv keine Alternative, weder preislich, noch hinsichtlich der Leistungsfähigkeit. Einschlägige Foren sprechen da eine eindeutige Sprache.
Um das Engagement vor Ort zu unterstützen, hat die Interessengemeinschaft kein-DSL vor 15 Monaten einen Breitbandbedarfsatlas ( http://www.Schmalbandatlas.de ) veröffentlicht. Dies forciert den nachfragegerechten Breitbandausbau, denn gerade Mittelständler benötigen valide Grundlagen. Die Investitionskürzung ihres DSL-Ausbaus um ein Drittel auf nurmehr 200 Millionen Euro hat die Telekom Ende März bekannt gegeben, wie kein-DSL http://tr.im/wv4z seinerzeit berichtete. Unter dem Stichwort Investitionsstopp http://tr.im/qY99 sind bei kein-DSL eine ganze Reihe von Orten gerade in Bayern gelistet, die nach dieser Entscheidung dumm aus der Wäsche gucken.
Wir haben hier DSL Light, mit ca. 384 kbit/s, und für einfaches Surfen, Shoppen und E-Mails checken reicht mir das völlig.
Wir wohnen im Nordwesten von Brandenburg und hier ist die Versorgung bis hin zu DSL 6.000 eigentlich recht gut. Dennoch gibt es viele Dörfe in denen noch nix mit Internet ist.
Das müsste aber nicht sein, denn die Telekom signalisiert hier echtes Interesse. Für den Ausbau in noch nicht entschlossene Gebiete werden 90% der Kosten von der Telekom getragen, den Rest trägt der Kreis. ABER: Es geht nicht los, denn es gibt auf den Dörfern ein kaum vorhandenes Interesse und darum regt sich auch nix.
Tjoa, so kann es auch gehen.
“Für den Ausbau in noch nicht entschlossene Gebiete werden 90% der Kosten von der Telekom getragen, den Rest trägt der Kreis.”
Das ist mir wirklich neu. Wir verfolgen täglich Medienberichte aus ganz Deutschland und veröffentlichen relevante Nachrichten in unserem Initiativen-Forum (http://www.geteilt.de). Aus all diesen Informationen lässt sich seit dem Frühjahr nur ein Trend erkennen: Die Telekom zieht sich aus dem Breitbandausbau mehr und mehr zurück. Die ist eine einseitige -leider von der Bundesregierung offenbar wohlwollend tolerierte- Reaktion auf die Absenkung der Miete für Teilnehmeranschlussleitungen. Auch aus Brandenburg habe ich da keine anderen Informationen.
Was das Desinteresse der Menschen betrifft: Ich denke schon, dass auch in den kleinen Dörfern Menschen leben, die schnelles Internet brauchen und auch wollen. Viele haben aber inzwischen resigniert, kennen die Hintergründe nicht, sind es nicht gewöhnt, für sich selbst einzutreten usw. Gleichwohl muss auch diesen Menschen möglich sein, am gesellschaftlichen Leben, dass sich immer mehr online abspielt (vor allen auch in diesen kleinen Dörfern, wo es kaum noch kulturelle und Bildungsangebote gibt), teilzunehmen.
Das unterstreicht m.E. die Notwendigkeit eines gesetzlichen Anspruchs auf eine Grundversorgung.
Interessengemeinschaften zu bilden, ist sicher hilfreich. Doch nicht immer funktioniert der Kampf vor Ort. Wir kennen etliche Initiativen, die sich an ignoranten Bürgermeistern abkämpfen. Außerdem sind “Lösungen vor Ort” nicht selten Notlösungen, die kaum zukunftsfähig sind.
Was also tatsächlich Not tut, ist ein gesetzlich garantierter Grundversorgungsanspruch. Dafür kämpft die Initiative gegen digitale Spaltung -geteilt.de-.
Mitstreiter willkommen!
Ein Lesetipp, um zu sehen, wo es überall klemmt, aber auch was sich dagegen tut: www.twitter.com/DSLnachPankow
Kabel-Betreiber?
In Gegenden, wo es die Telekom für Unnötig hält, breitbandig auszubauen, da wird sich auch kein “Kabel-Betreiber” blicken lassen.
Kabel-Betreiber… Ich kenne Gegenden (schwäbische Provinz), in denen ein Kabel-Anschluss anliegt, noch aus den 1980ern, aber kein DSL angeboten wird. Der wurde damals zwar von der Telekom verlegt, ist ja aber mittlerweile in Besitz der Kabelbetreiber wie KabelBW oder Kabel Deutschland.
So war der Fall bei meiner Mutter bis sie umgezogen ist…
Ich meinte auch eher, dass Kabel-Betreiber, genau wie die Telekom, in unterversorgten und bevölkerungsarmen Gebieten freiwillig keine neuen Kabel in die Erde “schmeissen” werden.
Ich wohne in einer eher ländlichen Gegend und hier sind maximal 3072 kbit/s verfügbar! Laut Telekom hätte schon vor 1-2 Jahren eine Umstellung auf höhere Geschwindigkeiten erfolgen sollen!