Ich denke, es hat jeder den Rummel um die Bahn und die Abmahnung an Netzpolitik.org mitbekommen. Für diejenigen, die es nicht mitbekommen haben geht es kurz erklärt um folgendes: Markus Beckedahl, Betreiber des Blogs Netzpolitik.org, hat am 31. Januar 2009 einen Beitrag veröffentlicht, in dem er ein Memorandum eines Meetings zum internen Datenabgleich bei der Bahn zitiert und auch das original als PDF zum Download anbietet. Wegen diesem Blog-Posts hat die Deutsche Bahn AG ihm nun eine Abmahnung per E-Mail zugestellt.
Mittlerweile ist der Blog-Beitrag entschärft, es wurden die Namen der Teilnehmer dieses Meetings gelöscht und das PDF aus dem Netz genommen. Dass dieses Vorgehen der Bahn bei Bloggern nicht gut ankommt ist klar und dass sich der Streisand-Effekt einstellt ebenso.
Was hierzu gesagt werden sollte, ist wahrscheinlich schon gesagt, deuten doch weit über 160 Kommentare auf dem Netzpolitik.org-Blog und nahezu 50 Reaktionen bei Rivva daraufhin. Aber genau ein Kommentar zu dem besagtem Beitrag hat in mir wieder eine Frage aufkommen lassen. Da wurde nämlich eine Art Blogger-Fonds gefordert. An sich eine gute Idee, nur warum gibt es so oder so etwas ähnliches nicht?
Edit: Neuer Beitrag zum Thema auf Netzpolitik.org
Auch ich habe schon das ein oder andere Mal eine Androhung zur Abmahnung erhalten, bisher hab ich klein beigegeben, obwohl eine Androhung zur Abmahnung so erst ja mal nichts ist. Kommt es aber dazu, dann wirds teuer und ärgerlich. Wie jetzt eben auch für Markus Beckedahl von Netzpolitik.org. Aus diesem Grund habe ich mich schon einmal vor längerer Zeit mit Lutz Keller, einer der Mit-Autoren auf Alles2null, genau über das Thema Blogger-Interessensvertretung unterhalten bzw. geskyped. Die Ideen die wir dabei hatten kommen im übernächsten Absatz und ist jetzt natürlich wieder aktuell.
Obwohl die Blogosphäre über die verschiedensten Möglichkeiten sich extrem gut vernetzt, vermisse ich doch eine Interessenvertretung / Interessengemeinschaft.
Nein, keine Gewerkschaft für Blogger, das meine ich nicht. Wäre ja auch nicht treffend, da Blogger meist Privatpersonen sind. Aber ich könnte mir eine Art Interessenvertretung / Interessengemeinschaft für Blogger vorstellen, die genau in solchen Situationen einspringt und beisteht.
Was sollte eine solche Interessenvertretung / Interessengemeinschaft bringen?
Ich stelle mir einen Verein vor, der zum einen Rechtsberatung, Rechtsbeistand und eventuell sogar eine Rechtsschutzversicherung anbietet. Weiter könnte diese IG Blog, wie ich es nennen würde, auch weitere Interessen der Mitglieder und/oder der ganzen Blogosphäre wahrnehmen und vertreten.
Finanzieren könnte man dieses Projekt zum einen durch Spenden und Mitgliedsbeiträge aber auch durch Partnerschaften mit Werbepartner oder Sponsoren.
Ich weiß, dass es die Idee in USA schon einmal gab und auch umgesetzt wurde. Auch in Deutschland wurde dies schon einmal dikutiert. Aber warum wurde es nie weiter verfolgt? Wo gab es damals Bedenken? An was ist es gescheitert?
Wie ist deine Meinung zu einer IG Blog? Würdest du zahlendes Mitglied werden oder sogar aktiv mitarbeiten? Wie sind deine Gedanken oder siehst du etwa Probleme bei der Umsetzung? Ich freue mich über jede Idee und jeden Gedanken…
04.02.2009, 14:30 Uhr UPDATE: Mittlerweile sind die Aktivitäten und Gedanken weiter geschritten. Siehe IG Blog ,Blog eV oder doch BVDB.org?

























Hallo
Hört sich interessant an, aber ich weiß nicht ob das wirklich was bringt. Es gibt dann bestimmt nur wieder verletzte Eitelkeiten und Machtspielereien. Später….
blogger-interessenvertretung – m.e. gute idee, sinnvolle sache – bin gespannt was aus bvdb wird …
Ich weiß nicht ob wir noch einen Verband, Gewerkschaft, Organisation brauchen.
Aber nachdenken sollte man auf jeden Fall mal über neue Anforderungen über das Miteinander in der veröffentlichten Meinung, jetzt wo jeder ganz einfach in die Welt hinausrufen kann was er möchte.
Viel spannender wäre doch: http://fuselfieber.wordpress.com/2009/02/04/viel-spannender/
Es gibt schon die Arbeitsgemeinschaft Social Media ( http://ag-sm.de/?page_id=37 ), die eben als Interessenvertretung für Social Media Betreiber fungieren möchte. Sie wurde auf der letzten re:publica gegründet und befasst sich einerseits mit der wissenschaftlichen Erforschung von Social Media. Andererseits hat die AGSM auch politisch Position bezogen und ist dabei die Rundfunkregulierung mit den Landesmedienanstalten zu diskutieren ( http://ag-sm.de/?p=63 ).
Das Thema Rechtssicherheit für Social Media Betreiber passt zur Arbeitsgemeinschaft Social Media, doch gibt es dort noch niemanden, der sich dem Thema angenommen hat. Aber vielleicht ergibt sich ja was durch diesen Aufruf.
Zuerst solltet Ihr vielleicht Eure Aktivitäten bündeln, damit nicht parallel gearbeitet wird:
http://www.meetinx.de/wordpress/gruendung-eines-bundesverbandes-deutschsprachiger-blogger/
Danach wird man sehen, ob das Interesse von Dauer ist. Eine IG halte ich persönlich für keine gute Lösung. Auch wenn ich kein Vereinsmeier bin, man muss sich an der bundesdeutschen Realität orientieren und da finden meist nur Institutionen Gehör. Ein loser Verband interessierter Menschen wird die Situation kaum auf Dauer beeinflussen können. Zumal, wenn das Ding richtig zieht wird’s ein paar Fulltime Mitarbeiter brauchen…
Hallo Michael,
danke für den Hinweis, hier kannst du lesen, dass wir mittlerweile schon weiter sind: http://www.alles2null.de/ig-blog-blog-ev-oder-doch-bvdborg/3959/
Mit Meetinx habe ich mich schon verständigt… ;-)
@Alper: Ich wäre in Jena natürlich gerne dabei, hab aber wohl zu spät davon erfahren, da waren dann alle Plätze schon wech… Dir wünsch ich da natürlich dann viel Erfolg mit der geplanten Diskussionsrunde. Ich freue mich auf die Berichterstattung.
Wie Datenwachschutz, will natürlich auch ich meine Mitarbeit am Thema anbieten und dabei helfen, ein solches Vorhaben auf die Beine zu stellen.
@all: Wichtig ist meiner Meinung nach nur, dass man an dem Thema dran bleibt und jetzt nicht auf das Wordcamp wartet, sondern vorher schon die Diskussion offen in den Raum stellt.
@Schnutinger: Selbst von dem Begriff Alphablogger halte ich nicht so viel. Wichtig ist, dass sich Menschen mit dem Thema befassen, die sich dafür interessieren. Sicher ist es gut, wenn einige Mitglieder einen gewissen Bekanntheitsgrad vorweisen können, aber damit der Verband Aufmerksamkeit erregt, ist eigentlich nur die hohe Qualität des Verbandes notwendig.
@LuNex: Ich habe die Idee schon seit mehreren Monaten im Kopf und habe dann einfach mal die Idee gehabt, über das Thema einen Workshop zu halten. Die Geschichte mit netzpolitik gibt der ganzen Idee meiner Ansicht nach zusätzlichen enormen Schub. Ich werde natürlich berichten…
@Caschy: Ja, habe ich gelesen. Allerdings bin ich selber keiner, der nur redet aber nichts macht und zweitens – und das ist viel wichtiger – müssen genügend Leute gefunden werden, die dabei helfen. Alleine kann ich auch nichts machen.
@Alper
Das ist doch schon mal sehr interessant, dass du in Jena dazu diskutierst. Leider kann ich nicht dort sein. Das ich und andere großes Interesse haben was du dazu schon gedanklich vorbereitet hast und auch das Ergebnis dort, ist wohl klar.
@Rolli hat per Twitter einen wohl wichtigen Hinweis gegeben, wenn das übers reden denn doch hinaus gehen sollte, dann sollte die künftige Vereinigung einen anerkannten Status haben (Rechtsform). Ach man, mir geht so viel durch den Kopf.
Wir brauchen eine Kommunikationsebene wo die Gedanken und eventuelle Abläufe sowie Mitmacher zusammenkommen. Das fängt ja schon mal bei Ziel und Inhalt an, ganz zu schweigen von organisatorischen Dingen.
Gabs vor über 2 Jahren schon – also die Idee zu einer IG (damals wg. den bekannten Abmahnung durch die Kochbuch-Marions dieser Welt. . Viel geredet wurde – gemacht aber nix.
Wie ich auch schon in Twitter sagte, zu LuNex, bin ich auf jeden Fall dabei und habe auch guten Draht zu Fachanwälten usw. Ebenso kenne ich aus meinen eigenen TV Beiträge viele Sender die darüber auch berichten würden. Gerne weiteren Kontakt, was wo wie usw…..
Gruß Carsten
Nachtrag: Bin im übrigen für frei wählbare Alternativen, entweder sozusagen eine Art fester “Vereinsbeitrag” bzw. Unterstützung, oder wie man es nennen will, aber auch Spenden im Einzelfall.
schön, dass du meine Idee aus meinem Twitter-Tweet (http://twitter.com/LuNeX) vorhin unterstützt. Ich werde dazu in meinem Blog versuchen auch was zu schreiben
Fänd ich gut! Im Grunde ein Konglomerat ähnlich wie Wikipedia. Ich fände es nur schade, wenn es nur von den sog. Alphabloggern besetzt würde. Auf der anderen Seite könnte man ja via Blogosphäre die Zusammensetzung frei wählen lassen, das wäre wohl das Fairste.
Bzgl. Interessensvereinigung: Genau das Thema will ich auf dem kommenden WordCamp in Jena behandeln. Ich halte dort einen Workshop zu dem Thema – siehe hier. Dieser Fall wie von dir geschildert zeigt deutlich, dass so eine Interessensvereinigung durchaus seine Existenzberechtigung hätte. Aber mir sind noch viele andere Dinge eingefallen. Über die möchte ich mit den Teilnehmern diskutieren und – wer weiß – vielleicht findet sich ja eine Lösung :-)