Cloud-Computing ist in aller Munde, Microsoft stellt Windows 7 bzw. Azure für die Cloud vor und im Web wirds immer “Cloudiger”. Doch wenn sich die Umgebung für Computer ändert, so müsste sich doch auch der Computer selbst ändern. Ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht, wie solch ein revolutionärer Computer aussehen sollte, wieviel er kosten könnte, was er können sollte. Rausgekommen ist ein kostenloser Computer Namens CloudStation.
Ich habe vor einigen Wochen ja schonmal meinen Wunsch geäussert, eine NetStation haben zu wollen und in die Welt gefragt, wer so etwas bauen will bzw. kann. Mittlerweile hab dann ja auch ich erfahren, dass die großen Hersteller zumindest in die Richtung gehen, und unter anderem hat Asus die EeeBox, MSI den WindPC, Dell die Studie Hybrid und Shuttle den XPC mini X 200 vorgestellt haben. Aber das geht mir nicht weit genug, denn technisch und preislich ist mein Traum, die NetStation, auf jeden Fall zu realisieren. Und die logische und Weiterentwicklung wäre dann die nahezu kostenlose Cloud Station. Meine Visionen unter der Lupe.Ich wünschte mir ja eine nette kleine Maschine, der Wii im Aussehen ähnlich, die ohne Betriebssystem und übermässiger Hardware auskommt, ein üblicher PC ohne CD/DVD- oder Disketten-Laufwerk, Grafik- und Sound-on-Board, nur 2x USB-Anschluss, 2-4GB Arbeitsspeicher und fertig ist die Kiste. Tastatur, Maus und Bildschirm werden per Funk angesteuert, ebenso der Netz-Empfang (W-LAN). Als Betriebssystem fungiert Google Chrome der sämtliche Web-Anwendungen den Anschein gibt, lokale Anwendungen zu sein. So weit so gut. Meiner Ansicht nach durchaus machbar für 150,- bis 200,-€.
Gehen wir einen Schritt weiter und werden wir visonär. Wir nehmen genau die gerade eben beschriebene NetStation, bauen noch die Festplatte aus, spendieren ihr dafür einen kleinen Flash-Speicher um das Quasi-OS Chrome und das BIOS einen Platz zu geben. Fertig wäre die CloudStation. Aber leider noch lange nicht kostenlos.
Um diese Vision nun auch noch kostenlos anbieten zu können, bedienen wir uns einer Marketing-Variante der Mobilfunk-Betreiber: Wir subventionieren unsere CloudStation.
Wie das gehen soll? Ganz einfach: Anbieter die im Netz die Online-Konkurrenz zur klassischen Desktop-Anwendung anbieten tun sich zusammen. Also ins Boot kommen Anbieter wie box.net für den Speicherplatz im Netz, Facebook fürs netzwerken, skype zum telefonieren, chilirec für die Musik, Google mit all seinen Diensten wie GoogleMail, GoogleReader, GoogleMaps, GoogleDocs und so weiter und so fort. Diese Anbieter tun sich zusammen zu einem Verbund und bieten Ihre “Premium-Dienste” in gewöhnlichen 2-Jahres-Verträgen an. Sagen wir für 6,95€ im Monat. Ergibt bei 24 Monaten einen Preis von 166,80€. Abzüglich Verwaltungskosten, Marketing und ähnlichem, könnten je Vertrag 120,-€ – 140,-€ übrig bleiben. Genau dies wäre der Preis für eine CloudStation. Somit könnte man Sie kostenlos an den Endverbraucher verteilen.
Nun stelle ich die Frage an euch Techniker, Marketing-Leute, Web-Kenner, Visionäre, Freaks: Ist eine CloudStation eine reelle und/oder machbare Vision? Ist eine CloudStation nach meinen Ideen machbar? Ich bitte nun um eine rege Diskussion…

























Es soll ja auch keinem vorgeschrieben werden was sein Desktop-Rechner können soll. Nur eben eine kleine Station die nur dazu da ist ins Netz zu gehen und um im Netz, wegen mir auch in der Cloud, Dinge erledigen zu können die heute solch ganz klassische Apps sind. Seh es als 4., 5. oder 6.-PC. Genau so etwas stell ich mir vor.
Solch eine Maschne braucht keinerlei große Leistung. Kuck dir die Netbooks an und da siehst du, dass die gewollt mit weniger Leistung kommen. Zum Surfen, tippen, bloggen brauch ich nicht mehr.
Meinen Desktop-Rechner behalte ich natürlich, auch mein Note- oder Netbook.
Auch der Musiker, der Gamer der Filmer
Eben nur eine kleine nette zusätzliche Station, evtl. auch am TV, um genau solche Sachen zu machen.
Ist das jetzt so abwegig?
Dass Chrome als Quasi-OS fungieren könnte wenn man ihn anpasst, würde ich fast verwetten, dazu bin ich aber zu sehr Technik-Laie…
Das mit Win 7 oder Azure, dahab ich mich wohl noch zu wenig eingelesen, kann sein das du recht hast… ;-)
Erstmal sind Windows 7 und Azure ja schon mal zwei ganz unterschiedliche Systeme.
Darüber hinaus find ich es nicht besonders visionär, den Leuten vorzuschreiben, welche Grafik- und Soundfähigkeiten ihre Rechner haben können. Daher scheidet onboard für beides eigentlich aus. Der Musiker hat andere Soundanforderungen als derjenige, der nur surft und ebenso verhält es sich mit den leidenschaftlichen Zockern, die sich sicher nicht mit onboard-Grafik abspeisen lassen. Zudem ist Chrome natürlich meilenweit weg davon, ein Betriebssystem zu sein. Wenn man in diesen Tagen vom Web-OS spricht in Bezug auf Chrome, so ist es wohl eher als geflügeltes Wort zu verstehen. Davon abgesehen glaub ich zumindest auch daran, dass in wenigen Jahren eine Große Masse an Internetnutzern ganz selbstverständlich zumindest große Teile der eigenen Daten in der Cloud speichert.
Nette Vision. Aber ich denke, das Bewusstsein der Leute wird hierfür der springende Punkt sein. Schon 2001 hiess es, die nächste Generation von MS-Software würde komplett im Netz laufen, keine lokalen Daten mehr. Aber die Widerstände waren gewaltig, und ich sehe nicht wieso sich bis jetzt die psychologische Lage so geändert haben sollte, wieso die Leute nicht mehr wollen sollten, dass sie ihre Daten auf der Kiste da unter ihrem Tisch quasi physisch anfassen können.