Laut einer Forrester-Studie, auf die mich das Upload-Magazin aufmerksam gemacht hat, ist Deutschland das Land der passiven Netz-Konsumenten, nur 11% aller deutschen Web-Surfer zählen zu den Kreativen. Alle anderen konsumieren, lesen oder abonnieren nur, nehmen also passiv an den Geschehnissen im Netz teil. Manche mag es wundern, mich nicht. Denn dem traditionellen und notorisch an Verfolgungswahn leidenden Deutschen hat nie jemand die Angst vor dem Netz genommen. Hat er doch Angst, seine Identität würde gestohlen werden, seine Daten währen unzureichend geschützt und vor allem hat er Angst vor Viren, Trojanern und anderen Menschen die ja lesen könnten, was er schreibt. Noch schlimmer, sein Nachbar könnte sein Profil im Web finden. Oh Gott!!!
Forrester hat die Internet-Nutzer in folgende Gruppen unterteilt (meine Übersetzung): Inaktive, Zuschauer, Mitmacher, Sammler, Kritiker und Kreative. Normalerweise müsste man ja davon ausgehen, dass der Anteil der Inaktiven immer weiter schrumpft und dafür die anderen Gruppen immer größer werden. Dem ist aber nur im Rest der Welt so, in Deutschland wächst die Gruppe der Inaktiven von 49% in 2007 auf 53% in 2008.
Doch warum hat der Deutsche Angst vor dem Internet? Weil ihm das von den klassischen Medien eingetrichtert wird. Tag für Tag. Das Internet sei gefährlich, im Internet würde man betrogen, im Internet sei alles und jeder böse. Doch dem ist nur soweit so, wie auch in der realen Welt.
Nehmen wir mal Hansi Dummbatz, der auf ebay oder mobile einen Fünfer-BMW findet in seiner Traumfarbe mit guter Ausstattung, wenige Kilometer und WAAAAHNSINNS-Preis findet. Herr Dummbatz überweist die 9.900,-€ für das Auto aus erster Hand mit gerade mal 15.000km sofort und wundert sich dann, dass das Geld weg ist und es kein Auto dafür gibt. Die traditionellen Medien greifen diese Geschichte auch sofort mit Freuden auf und puschen das Ganze durch die komplette Republik, das Internet ist ja sooo gefährlich und man wird ja nur betrogen, nebenbei drücken sie dabei auch noch auf die Mitleids-Drüse. Der arme Herr Dummbatz.
Hallo? Herr Dummbatz ist einfach dümmer als die Polizei erlaubt. Wäre der BMW in einer windigen und kostenlosen Zeitung gestanden mit der Bitte sofort 9.900,-€ zu überweisen, hätte erstens kein Mensch überwiesen und zweitens würde kein Mensch auf die Idee kommen, alle Zeitungen für böse und betrügerisch zu halten. Solchen Menschen sollte der Zugang zum Netz verwährt werden. Man muss die ganzen Dummbatzes ja vor sich selber schützen.
Leonie, die 15-jährige Tochter von Herrn Dummbatz, trifft sich mit Manfred aus StudiVZ in der realen Welt und der Manfred sieht garnicht so toll aus wie auf dem Foto und vorallem ist der Manfred keine 16 sondern 36 und der wünscht sich beim Treffen ein paar zwischenmenschliche Zärtlichkeiten. Und ganz Deutschland regt sich wieder auf. Das Netz sei böse. Wenn die Leonie aber in der Strassenbahn oder im Regional-Express unsittlich berührt wird, werden doch auch nicht alle öffentlichen Verkehrsmittel verteufelt, oder?
Und immer wieder kommen die Medien, um vor dem bösen Internet zu warnen. Und gleichzeitig wundern sie sich, warum die Nutzungszahlen, Klickraten, Page Impressions, Besucher usw auf den eigenen Angeboten nicht steigen. Das Internet ist doch ganz arg böse.
Aber ich schweife ab. Der Deutsche greift als Kreativer deshalb nicht ins Netz mit ein, weil er schlicht und ergreifend Angst vor dem Internet hat. Ihr müsst ihm die Angst und Unerfahrenheit nehmen… Ihr Blogger, Medien und Web-Anbieter…

























Ähnliche Gedanken hatte ich auch, habe dann das Blog www.offene-plattform.de eröffnet, um dort Nicht- bzw. Noch-Nicht-Bloggern eine Gelegenheit zum Publizieren zu geben