Auf Förderland.de hatte ich vor einigen Tagen einen Beitrag mit dem Titel “Sieben Monetarisierungsansätze fürs Web 2.0” gelesen. In dem Artikel geht es wie der Titel schon vermuten lässt, um verschiedene Möglichkeiten, wie sich Startups im Web eine Geldquelle eröffnen und somit kontinuierlich Einnahmen generieren können. Denn auch das Geld des Investors, wenn man eines hat, ist ja irgendwann einmal zu Ende…
Neben so schnöden Dingen wie Werbung und Mitgliedsbeiträge hat Förderland insgesamt sieben verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, auf die ich kurz eingehen will und um mindestens eine Monetarisierungsmöglichkeit erweitern.
- Modell Xing
Besser bekannt als Freemium-Modell scheint diese Möglichkeit der Monetarisierung eine der erfolgversprechensten zu sein. Zumindest fährt Xing mehr als gut damit Free-Accounts anzubieten und den Nutzern dann den kostenpflichtigen Premium-Account schmackhaft zu machen. So zahlt der User für mehr Funktionen im Premium-Account, dieser Mehrwert aber muss attraktiv genug sein, sonst bleibt die Masse der Nutzer beim Free-Account.
Oder aber das Modell ist nicht nachhaltig genug. Wenn man als Singlebörse im Netz Premium-Accounts anbietet, muss man damit rechnen, daß wenn der Nutzer seinen Lebenspartner gefunden hat, den Premium-Account auch schnell wieder kündigt. - Modell Sanduhr
Vor allem bei Online-Games ist dies ein beliebtes und gut funktionierendes Modell. Man kauft sich die Zeit, die man dann das jeweilige Spiel spielen kann. Das setzt allerdings eine gewisse Bekanntheit des Spiels vorraus oder eben durch einen anfänglichen Free-Account als Appetit-Anreger. - Modell Micro-Payment
Das ist das Modell, in der die Journaille (nicht negativ gemeint) am liebsten Ihre Zukunft sieht. Der Leser, der ja immer seltener das Druckerzeugnis der Tageszeitung bzw. eines Magazins kauft, soll vor dem Lesen einen kleinen Betrag für den Artikel bezahlen, den er lesen will. Aktuell scheitert dieses Modell daran, dass Micro-Beträge völlig unrentabel in der Beitreibung sind. Erst durch virtuelle Währungen, die auch eine gewisse Masse erreichen würde, wäre dieses Model eventuell erfolgreich. Anders machen es zum Beispiel viele WordPress Plugin-Entwickler, die über PayPal einfach um eine kleine Spende bitten. - Modell Mehrwertdienste
Bei diesem Modell bietet der Anbieter seine Dienste weiterhin kostenfrei an, finanziert sich aber durch Produkte die themenrelevant sind. - Modell Tante-Emma-Laden
Hier nennt Förderland als Beispiel Bild-Online. Dort werden alle möglichen Dinge verkauft: Volks-Zahnbürsten, Volks-Versicherungen bis hin zu Volks-PC´s. Alles unter der Marke Bild, Lieferant dieser Produkte sind immer andere Firmen. - Modell WoW
Deckt sich nahezu mit dem Modell Sanduhr. Gemeint sind hier Mitgliedsbeiträge um Spielen zu können. - Modell Werbung
Das wohl beliebteste und einfachste Modell. Ob nun Google AdSense oder TKP. Banner eingeblendet, fertig. Problem dabei ist nur, und hauptsächlich in Deutschland, daß die Nutzer des Webs eine gewisse Abneigung gegen Werbung haben. Somit ist dieses Modell zum einen nicht nur relativ unattraktiv sondern auch noch mit Risiken behaftet, weil es zu viele schwankende Komponenten beinhaltet.
Neben diesen mehr oder weniger erfolgreichen Modellen gibt es ein weiteres wichtiges Modell das meiner Meinung nach nicht so richtig in das Modell Werbung passt:
Das Affiliate-Modell:
Das Modell Affiliate Marketing ist häufiger anzutreffen als man für gemeinhin denkt und es ist vor allem sehr erfolgreich. Dazu braucht es lediglich eine gute Idee der Darreichungsform, einen guten Suchmaschinen-Optimierer oder eben ein gutes Stück Geld, das eigene Projekt bekannt zu machen. Doch erst einmal zur Begriffsklärung, was Affiliate Marketing eigentlich ist.
Was ist Affiliate?
Wikipedia schreibt dazu “Affiliate-Systeme (engl. affiliate „angliedern“) sind eine internetbasierte Vertriebslösung, bei der meistens ein kommerzieller Anbieter seine Vertriebspartner erfolgsorientiert durch eine Provision vergütet. Der Produktanbieter stellt hierbei seine Werbemittel zur Verfügung, die der Affiliate auf seinen Seiten zur Bewerbung der Angebote des Kooperationspartners verwenden, oder über andere Kanäle einsetzen kann.”
Wenn also die Werbemittel klassische Werbebanner sind, dann kann man es getrost unter dem Modell Werbung (Förderland Nummer 7) einordnen. Allerdings wird nur der kleinste Teil über solche Banner erzielt. Und genau hier greift das Affiliate-Modell.
Wie das Modell Affiliate-Marketing erfolgreich genutzt wird und welche Startups bzw. welche Anbieter Meister ihres Faches sind, zeige ich im zweiten Teil dieses Beitrages mit dem Titel “So wird Geld verdient: Affiliate Marketing in Perfektion“.

























Es gibt ja zahlreiche Wege der Monetarisierung. Wer daran Spass und Interesse hat, kann gerne mal in meinem Blog vorbeischauen. Aber genug der Eigenwerbung. Was die Bannerblindness angeht kann ich durch Erfahrungen meiner US Seiten sagen, dass das nicht nur in Deutschland so ist. Und wenn man sich damit beschäftigt, kommt man meiner Meinung nach am Beispiel MR.INFO nicht vorbei, denn diese Seite hat die Adsense Sachen perfekt integriert. meiner Meinung nach gehts nicht besser.
Hast du auch einen Link zu mr.info? irgendwie funktioniert der nicht und auf Anhieb finde ich auch nichts…
Er wird das meinen: http://www.misterinfo.de/
sascha, kannst du das bitte noch ein wenig ausführen?
@Hausverwaltung: Genau das ist das Problem beim Freemium-Modell. Auf der einen Seite zu wenig oder zu viel der kostenlosen Funktionen und schon funktioniert das Ganze nicht, weil ein Ungleichgewicht vorliegt. Ich denke das dies unter anderem auch ein Grund sein kann, warum es gerade auf diese Art so wenige Projekte versuchen…
@Ringo: Ganz meiner Meinung. Allerdings sehe ich da immer Probleme in der Akzeptanz der User in Deutschland. Durch die herrschende Neid-Kultur wird es doch niemanden gegönnt, dass er etwas verdient. Das schreckt die Verlage eventuell ja auch ab, denn damit wäre ein Image-Verlust fast vorprogrammiert.
Ich finde auch, dass gerade Verlage zur Refinanzierung Ihrer Online-Inhalte wesentlich stärker aufs Affiliate-Marketing setzen könnten. Mir sind schon zig Artikel unter die Augen gekommen, bei denen ich mir dachte: Statt einem normalen Link zu XY, hätte man hier aber auch einen Affiliate-Link setzen können. Wieder Geld verschenkt… Bei dem Traffic, den die meisten Verlage ja haben, wird da meiner Meinung nach wirklich sehr viel Geld liegengelassen.
Ich bin im Grunde ein großer Freund des Freemium-Modells – logischer Weise kann man das aber nicht für alle Projekte einsetzen. Überhaupt ist das Modell eine große Gratwanderung: Denn das Angebot muss auch für User, die nicht in einen Premium-Account investieren wollen, einen echten Mehrwert bieten – damit das Projekt wachsen kann. Gleichzeitig muss man aber Leistungen vor den Free-Useren verbergen, die einen so großen Mehrwert bieten, dass Leute bereits sind dafür zu bezahlen (ohne das die Free-User abwandern). In meinen Augen klappt das bei Xing ganz gut. Wer die Such- und Nachrichtenfunktion umfassend nutzen will, muss Premium Mitglied werden. Damit der Prinzip aufgeht, braucht ein wirklich gutes Konzept… ansonsten muss man halt zurück zur guten alten Werbung :D, Grüße, Dennis