Google und der Datenschutz
Heute vor genau einem Jahr hat Uwe hier das Video “The Masterplan of Google” gepostet. Ich weiss, das Thema ist mittlerweile komplett ausgelutscht und abgedroschen. Trotzdem möchte ich noch einmal einen Post dem umstrittenen Umgang von Google mit dem Datenschutz widmen, da heute der 4. Europäische Datenschutztag stattfindet und Google passend dazu “Die 5 Datenschutzprinzipien von Google” veröffentlicht, die da wären:
1. Datenverwendung erfolgt zur Bereitstellung hochwertiger Produkte und Service für die Google Nutzer
2. Hohe Datenschutzstandards für alle Google Produkte
3. Transparente Erfassung der Daten
4. Wahlmöglichkeiten der User zum Schutz deren Daten
5. Verantwortungsvoller Umgang mit Daten
So, jetzt wissen wir also, dass Google gut mit unseren Daten umgeht. Wer noch mehr zu Google Datenschutzrichtlinien erfahren möchte besucht am Besten das Google Datenschutz Center. Aber bitte: Vor lauter “Don´t be evil” und “wir haben uns lieb und tun uns gegenseitig nichts” bitte nicht vergessen – mit dem mächtigen Dreigestirn aus Google Suche, Youtube und Millionen von Websites mit Google Analytics muss klar sein, dass kaum ein User sein Surfverhalten, seine Vorlieben, Wünsche und Neigungen vor dem geliebten Feind Google verstecken kann. Wer´s dennoch versuchen möchte findet auf Spiegel Online eine kleine Anleitung zum Online-Versteckspiel. Viel Erfolg. Toi Toi Toi – Macht das Unmögliche möglich.
Na endlich – Steve Jobs enthüllt das iPad
Endlich ist es raus – stolz präsentiert Steve Jobs sein neues Baby. Halb Smartphone, halb Notebook – die androgyne Wunderwaffe ist entgegen der Erwartungen laut Spiegel Online schon ab 499 USD erhältlich. Die offizielle Apple iPad Website ist übrigens auch schon online. Hier ein kleines Video dazu.
Wenn sich Communities selbst zugrunde richten…
Vor ca. 2 Jahren machte die Nachbarschafts-Community rottenneighbor.com erstmals ordentlich Wirbel bei denunzierten Nachbarn und Datenschützern. Offiziell sollte die Rottenneighbor einem guten Zweck dienen – nämlich der Beurteilung von Stadtteilen und hinsichtlich der dort lebenden Menschen. Als Ergänzung zu den gängigen Diensten der Immobilienplattformen (Einkaufsmöglichkeiten, Anbindung an öffentliche Verkehrsnetze, Kindergärten, Schulen etc.) sollten sich so Leute, denen ein Wohnortwechsel bevorstand ein Bild von den Menschen in ihrer neuen Nachbarschaft machen können.
An sich eine nette Idee, die auch sehr schnell auf große Resonanz stieß – leider gingen die hilfreichen Bewertungen schnell in der Masse an denunzierenden und beleidigenden Bewertungen unter. Damit war das Problem geboren – die Nachbarschaft wurde schnell nur noch auf ihre sexuellen Neigungen, ihre Liebe zu lauter Musik, ihrem Drogenkonsum und sonstigen exzessivem und perversen Lebenswandel hin bewertet.
Seit ca. 4 Monaten ist die Seite nicht mehr erreichbar. Die genauen Gründe dafür konnte ich leider nicht herausfinden, ich gehe aber davon aus, dass diese in den bereits genannten Klagen difamierter Nachbarn, den damit verbundenen rechtlichen Probleme für die Betreiber von Rottenneighbor, sowie der Überprüfungen von Datenschützern liegen dürften.
Damit ist Rottenneighbor ein blühendes Beispiel, wie sich Communities selbst zugrunde richten können. Doch die Frage, die sich dabei stellt ist, wie können derartige Phänomene vermieden werden. Sind für derartige Communities laufende Prüfungen der Inhalte durch Editoren und Sittenwächter erforderlich oder hätten ganz einfach Selbstregulierungsmechanismen durch die Community genügt? Was sind erforderliche bzw. geeignete Selbstregulierungsmechanismen, mit denen große Communities auch difamierende Inhalte durch Community-Mitglieder identifizieren lassen und in den Griff bekommen können? Das ist meines Erachtens eine wichtige Fragestellung, in Zeiten, da sich ein Großteil der Internetnutzung in Communities abspielt.
Ich freue mich auf eine rege Diskussion – gefragt ist hier jeder: Community-Experten ebenso wie betroffene User oder Profi-Denunzianten;-)
Monopolisten bestimmen das Internet der Zukunft
Wie sieht das das Internet der Zukunft aus? Diese Frage stellen sich einige – und Spiegel online gibt im Artikel “Internet der Zukunft: Im Netz der Giganten” eine Antwort. In dem Artikel wird die Vormachtsstellung der Quasi-Monopolisten Google, Amazon, Apple und Facebook beschrieben. Spiegel online beschreibt die Zukunft des Internets als eine Entwicklung hin zu einer Marktkonzentration auf wenige große Marktteilnehmer, wobei “Apple & Amazon Inhalte anderer verkaufen”, “Google Kostenloses mit Werbung garniert” und “Facebook Aufmerksamkeit gegen Bezahlung verteilt”. Das Ganze nun noch mit einem guten Schuss mobile Web und die Zukunft des Internets ist definiert. Und wo ist der Informationsgehalt – wo die Neuigkeit?
Was hier als Zukunftsvision dargestellt wird ist doch jetzt schon Realität – jeder der seine Internetnutzung einmal beobachtet könnte also derartige Aussagen treffen. Ist die Zukunft des Internets wirklich derart langweilig? Dass die Internetnutzung zunehmend in Sozialen Netzwerken stattfindet ist auch nichts Neues, ebenso bedingt dies die Bündelung gleichartiger Sevices auf einer Plattform, denn nur da wo man auch andere Gleichgesinnte trifft macht Kommunikation und damit die Teilnahme an Social Networks Spaß und Sinn. Vorreiter in diesem Zusammenhang ist sicherlich Ebay, die übrigens in dem Spiegel-Artikel keinerlei Erwähnung finden – gekauft wird da wo das Angebot ist, das Angebot ist da wo Nachfrage herrscht. eBay wiederum versucht die User auch über regionale Kleinanzeigen zu gewinnen. Jeder Bürger hat sein eigenes regionales Kleinanzeigen Portal. Menschen aus Köln beispielsweise suchen im Kleinanzeigenmarkt für Köln. Eine Bündelung der User auf wenigen großen Plattformen ist daher unumgänglich.
Ich gebe dem Autor des Artikels in allen Punkten Recht, sehe nur darin nicht die Zukunft, sondern die Gegenwart des Internet. Der Artikel erschien damit meines Erachtens mindestens 10 Jahre zu spät, um den großen Titel “Internet der Zukunft…” verdient zu haben.
Der Boom der Mobile Apps in Zahlen
Welcher iPhone-User kennt sie nicht und welcher Nicht-iPhone-User ist nicht ständig fasziniert oder genervt von Freunden und Kollegen, die ständig und in jeder Lebenslage in ihr iPhone glotzen und für jede Lebenslage Hilfe in Form einer passenden App aus dem App-Store herunterladen. Dass dieses Phänomen im letzten Jahr im letzten Jahr durch die starke Verbreitung von iPhone und Android-Smartphones einen extremen Aufschwung erfahren hat ist offensichtlich, dass daraus ein unglaublicher Markt mit Milliardenumsätzen und traumhaften Wachstumsraten geworden ist hat nun eine Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner mit Zahlen belegt.
Demnach sollen 2010 mit 4,5 Mrd. App-Downloads ca. 6,2 Mrd. US-Dollar umgesetzt werden. Das entspricht einem Download-Plus von 79% und einem Umsatzwachstum von 60% gegenüber dem Vorjahr. Gartner geht davon aus, dass darüber hinaus ca. 600 Mio. US-Dollar an Werbeeinnahmen fließen. Für das Jahr 2013 wird ein Download-Volumen von 21,6 Mrd. US-Dollar mit einem Marktvolumen von 29,5 Mrd US-Dollar prognostiziert.
Klar ist, dass der Boom durch die Einführung des iPhones initiiert wurde. Im Apple App-Store stehen bereits über 100.000 Apps zum Download bereit, User von Google Android können schon jetzt auf mehr als 20.000 Apps zugreifen und weit abgeschlagen ist Nokias Ovi-Store, der nur ein paar tausend Apps bereitstellt. Bleibt abzuwarten, ob es noch weitere aussichtsreiche Wettbewerber in diesem Markt geben wird, die am Erfolg der Mobile Apps partizipieren wollen und sich auch entsprechend gegen die etablierten Player durchsetzen.
AOL – Portal schließt die Pforten
Dass AOL mit Problemen zu kämpfen hat und einen drastischen Stellenabbau weltweit plant ist seit November 2009 bekannt. Damals wurde bereits ein weltweiter Stellenabbau ca. 2.500 Mitarbeitern, das entspricht einem Drittel der Gesamtbelegschaft, angekündigt.
Dass diese Einsparungsmaßnahmen allerdings die vollständige Schließung von AOL Deutschland zur Folge hat kam heute sicherlich für einige überraschend – immerhin lag das AOL Media Netzwerk im Dezember 2009 noch auf Platz 5 der Top-Vermarkter der IVW-Statistik. Heute ging also die offizielle Meldung raus, dass AOL alle deutschen Standorte in Hamburg, Düsseldorf, München und Frankfurt geschlossen werden. Damit verlieren 140 deutsche Mitarbeiter ihren Job und weitere in den übrigen Europa-Standorten werden folgen. So steht bereits ebenfalls fest, dass die Niederlassungen in Spanien und Schweden komplett geschlossen werden und UK und Frankreich mindestens mit ebenfalls starken Stellenstreichungenzu rechnen haben. Der Sparkurs erfasst darüber hinaus nicht nur die europäischen Standorte – auch in den USA werden die Standorte Seattle und Dallas geschlossen – ab 13. Januar werden auch dort über 500 AOL-Mitarbeiter entlassen.
Als Gründe für diese gravierenden Maßnahmen führt AOL den notwendigen Spar- und Effizienzkurs an, um AOL für die Zukunft auf stabile Beine zu stellen. Seit November 2009 ist bekannt, dass Einsparungen in Höhe von 200 Mio. USD für die Zukunftssicherung des Konzerns erforderlich sind.
Politik nimmt Google unter die Lupe
Nachdem bereits am Donnerstag Meldungen über die Sarkozy´s Pläne einer “Google-Steuer” und der Kartellpüfung von Google die Runde machten, meldet sich jetzt auch die deutsche Politik zu Wort. Die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kritisiert in einem Gespräch mit dem Spiegel die Monopolstellung von Google und wirft dem Suchmaschinenkonzern Gigantonomie vor. Neben datenschutztechnischen Bedenken bei Diensten wie Google StreetView und Copyrightverletzungen bei der Google BookSearch sieht die Bundesjustizministerin auch die Sammlung von Userdaten als problematisch an und fordert mehr Transparenz und Aufklärung der User über die Verwendung ihrer Daten. Die Bundesjustizministerin fordert in dem Spiegel-Gespräch Google auf, selbst die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um der problematischen Entwicklung entgegenzuwirken und kündigt weitere Schritte der Gesetzgeber an, sofern Google den Forderungen nicht nachkommt.
Dass sich die Politik in die Aktivitäten von Google einschalten wird war absehbar. Gerade in Zeiten, da fast täglich neue Meldungen über die Ausweitung des Google-Imperiums in Form von Unternehmenszukäufen, Rekordzahlen der Google Werbeeinnahmen, Eigenentwicklung neuer Services oder auch der rasante Vorstoß auf den Mobilfunkmarkt bekannt werden. Sicher ist, dass die Marktmacht von Google den meisten Verbrauchern nicht bewusst ist und Google mit der ständigen Ausweitung ihrer Services genau die Ansprüche der Verbraucher treffen und diese damit auf ihre Seite ziehen. Sicher ist auch, dass unaufgeklärte Verbraucher Schutz verdienen. Fraglich ist allerdings in welcher Form hier staatliche Eingriffe weiterhelfen – Kartellprüfungen sind absolut legitim und erforderlich, weitere Eingriffe zur staatlichen Regulierung des Marktes – abseits der Schaffung von Transparenz und Verbraucheraufklärung – halte ich allerdings für bedenklich.
Skype bald auch auf dem Fernseher
Demnächst wird es Skype auch auf ausgewählten TV-Geräten geben. Zunächst kooperiert Skype mit den TV-Herstellern LG und Panasonic. Im Frühjahr dieses Jahres wird es nach Angabe von Skype so weit sein. Ab dann können Besitzer entsprechender Fernsehgeräte gemütlich von der Couch aus mit ihren Skype-Buddies telefonieren und sich dabei gegenseitig im Großformat ins Wohnzimmer schauen. Wer das möchte, braucht also nur noch einen neuen LG- oder Panasonic-Fernseher und eine entsprechende Webcam – noch schärfer wird´s dann mit einer HD-Webcam, die ebenfalls demnächst im Handel erhältlich sein werden.
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